Die Lufthansa steht unter massivem Druck. Während die Nahost-Eskalation das Streckennetz lahmlegt und die Piloten bei Cityline mit 99 Prozent für Streiks votiert haben, steigen parallel die Kerosinkosten. Die Aktie verlor binnen einer Woche über neun Prozent – und das ausgerechnet zwei Tage vor den Jahreszahlen am 6. März.

Flugverbot über dem Nahen Osten trifft Langstreckennetz

Die militärische Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran zwingt den Konzern zu drastischen Maßnahmen. Sämtliche Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran bleiben bis mindestens 8. März gestrichen. Zusätzlich meidet die Lufthansa-Gruppe den Luftraum der Vereinigten Arabischen Emirate bis Freitag komplett.

Die Konsequenzen reichen weit über die direkten Ziele hinaus. Zahlreiche Langstreckenverbindungen zwischen Europa und Asien müssen erhebliche Umwege fliegen – mit längeren Flugzeiten, höherem Kerosinverbrauch und zusätzlichen Verspätungen im Gesamtnetz.

Parallel übernimmt Lufthansa staatliche Verantwortung: Ein Airbus A340-300 mit 279 Sitzen soll in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag im Auftrag der Bundesregierung Kinder, Kranke und Schwangere evakuieren. Weitere Flüge sind geplant.

Betroffene Passagiere mit Tickets vom 1. März oder früher können kostenlos auf andere Flüge bis 31. März umbuchen oder eine Erstattung beantragen.

Piloten stimmen mit 99 Prozent für Arbeitskampf

Bei der Regionaltochter Cityline eskaliert zeitgleich der Tarifkonflikt. Am 26. Februar votierten die Piloten in einer Urabstimmung mit überwältigender Mehrheit für mögliche Streiks – bei einer Beteiligung von 95 Prozent. Die Vereinigung Cockpit fordert eine jährliche Gehaltsanpassung von 3,3 Prozent für 2024, 2025 und 2026. Das Unternehmensangebot bleibt laut Gewerkschaft hinter den Forderungen zurück.

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Ein Streik bei Cityline würde vor allem den Zubringerverkehr zu den Drehkreuzen Frankfurt und München sowie Europarouten treffen – Verbindungen, die für die Integrität des Netzwerks entscheidend sind. Ein früherer Pilotenstreik bei der Kerngesellschaft hatte bereits mehr als 800 Flüge gestrichen und rund 100.000 Passagiere betroffen.

Kerosinkosten verschärfen die Margen-Situation

Die längeren Flugzeiten durch Umwege treffen Lufthansa in einer ohnehin angespannten Kostensituation. Branchenanalysten verweisen auf steigende Ölpreise, die zu höheren Kerosinkosten führen und die Margen belasten. Jede zusätzliche Flugstunde verschärft das Problem.

Trotz der Turbulenzen hält der Konzern an seinem Wachstumskurs fest. Für 2026 plant Lufthansa ein Kapazitätswachstum von sechs Prozent auf Langstreckenrouten, insbesondere in den USA.

Jahreszahlen als Lackmustest

Am 6. März legt Lufthansa die vollständigen Jahreszahlen vor. Diese Veröffentlichung wird zeigen, wie robust die Ertragsbasis des Konzerns vor Ausbruch der aktuellen Krise tatsächlich war. Anleger werden besonders auf die Guidance für 2026 achten – und darauf, wie das Management die operative Flexibilität angesichts der geopolitischen Risiken einschätzt.

Die Aktie notiert bei 8,43 Euro und liegt damit deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 8,84 Euro. Das Momentum hat sich merklich verschlechtert.

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