Am Donnerstag droht dem Kranich im Jubiläumsjahr das Chaos: Piloten und Kabinenpersonal streiken gleichzeitig – und das kommt für die Airline denkbar ungelegen. Die Aktie reagierte nachbörslich mit einem deutlichen Rückschlag von rund fünf Prozent. Welche Sprengkraft steckt hinter diesem Arbeitskampf?

Zwei Gewerkschaften, zwei Fronten

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat die Piloten zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Zeitgleich legt auch das Kabinenpersonal die Arbeit nieder – organisiert von der Flugbegleitergewerkschaft UFO. Betroffen sind sämtliche Starts ab Deutschland, einschließlich Frachtflüge. Das genaue Ausmaß der Ausfälle war zunächst unklar, doch eines ist sicher: Tausende Passagiere müssen mit erheblichen Einschränkungen rechnen.

Offiziell geht es bei den Piloten um höhere Arbeitgeberbeiträge zur betrieblichen Altersversorgung. Die entsprechende Urabstimmung liegt bereits seit Herbst 2025 vor. Die Flugbegleiter hingegen führen einen Warnstreik ohne Urabstimmung durch – ein ungewöhnlicher Schritt, der die Frustration der Beschäftigten unterstreicht.

Konfrontationskurs im Jubiläumsjahr

Der Zeitpunkt könnte kaum brisanter sein. Im 100. Jubiläumsjahr der Lufthansa eskaliert der Konflikt zwischen Konzernführung und Belegschaft. UFO-Tarifexperte Harry Jaeger wirft dem Management vor, unter den Schlagworten "Produktivität" und "Flexibilität" tarifliche Verschlechterungen zu fordern, die sich direkt auf die Arbeitsbelastung auswirken. Gleichzeitig verweigere der Arbeitgeber jede ernsthafte Diskussion über Schutzmechanismen.

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Besonders brisant: Bei der Regionaltochter Cityline sind durch die Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht. UFO fordert hier einen tariflichen Sozialplan, doch Verhandlungen würden vom Management schlichtweg verweigert. Auch beim Manteltarifvertrag der Kerngesellschaft kommt man keinen Schritt voran.

Die Strategie dahinter

Der wahre Zankapfel liegt tiefer: Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat mit City Airlines und Discover bewusst neue Flugbetriebe geschaffen, um zu günstigeren Konditionen zu fliegen. Die Crews verdienen dort deutlich weniger – ein Hebel, um die etablierten Betriebsteile unter Druck zu setzen. Spohrs Credo: Wachstum kann nur dort stattfinden, wo Geld verdient wird.

Erst am Dienstag hatte der Konzern verkündet, dass City Airlines nun auch Frankfurt bedient. Bis Herbst 2026 sollen dort sieben Airbus A320 stationiert sein. In München fliegen bereits 13 Maschinen der neuen Plattform. Für Passagiere ist kaum erkennbar, mit welcher Gesellschaft sie unterwegs sind – City Airlines ist vollständig in den Lufthansa-Flugplan integriert.

Die Lufthansa kritisierte die "extrem kurzfristige Ankündigung" des Streiks, die Fluggäste "extrem hart und unverhältnismäßig" treffe. Man fordere die Gewerkschaften auf, die Gespräche wieder aufzunehmen. Doch die Fronten scheinen verhärtet. Der Arbeitskampf offenbart einen grundlegenden Interessenkonflikt: Hier die Sparstrategie des Managements, dort die Sorge der Beschäftigten um ihre Zukunft.

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