Die Lufthansa steht kurz vor ihrem 100. Geburtstag – doch statt Feierstimmung herrscht Ausnahmezustand. Für Donnerstag haben gleich zwei Gewerkschaften zum gemeinsamen Streik aufgerufen. Piloten und Kabinenpersonal wollen den Flugbetrieb an allen deutschen Flughäfen lahmlegen. Die Aktie reagierte gestern mit deutlichen Verlusten auf die Ankündigung.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit mobilisiert rund 4.800 Piloten bei Lufthansa und Lufthansa Cargo. Parallel dazu ruft die Kabinengewerkschaft Ufo knapp 20.000 Flugbegleiter bei der Kerngesellschaft und der Regionaltochter Cityline zum Warnstreik auf. Sämtliche Starts von deutschen Flughäfen sollen verhindert werden – vom Drehkreuz Frankfurt über München bis zu den Airports in Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Lufthansa?

Unterschiedliche Forderungen vereint

Die Piloten streiken für höhere Arbeitgeberbeiträge zu Betriebs- und Übergangsrenten. Eine Urabstimmung liegt bereits seit Herbst 2025 vor, die Mitglieder hatten mit deutlicher Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt. Nach sieben Verhandlungsrunden und einem letzten Angebot der Vereinigung Cockpit blieb die Lufthansa-Führung stumm.

Die Kabinengewerkschaft Ufo verfolgt andere Ziele: Sie will überhaupt erst Verhandlungen zu Tarifverträgen erzwingen. Bei Cityline seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht. Ufo fordert einen tariflichen Sozialplan, den das Management bislang verweigert. Der Warnstreik erfolgt ohne vorherige Urabstimmung der Mitglieder.

Strukturkonflikt als Dauerbrenner

Im Kern geht es um die umstrittene Konzernstrategie des Vorstands. Seit Jahren reibt sich das fliegende Personal an der Gründung neuer Flugbetriebe, die etablierte Airlines unter Druck setzen sollen. Die neuen Gesellschaften wie Discover für touristische Flüge und City Airlines für Zubringerverkehr arbeiten mit deutlich günstigeren Tarifstrukturen. Dort werden auch neue Flugzeuge eingesetzt oder von den Altgesellschaften verlagert.

Die Regionaltochter Cityline mit rund 30 Flugzeugen steht vor dem Aus. Aus Sicht des Unternehmens produziert gerade die Kerngesellschaft Lufthansa zu teuer. Die neuen Strukturen sind im Konzernrahmen von 740 Flugzeugen zwar noch klein – City Airlines zählt 14 Maschinen, Discover 30 Mittel- und Langstreckenjets – doch die strategische Richtung ist klar.

Chaos für Passagiere vorprogrammiert

Lufthansa hat noch keine Details zum Flugplan am Donnerstag veröffentlicht. Betroffene Passagiere würden automatisch benachrichtigt, heißt es. Die Airline verspricht kostenlose Umbuchungen, innerdeutsche Tickets könnten in Bahnfahrkarten umgewandelt werden. Allein in Hamburg waren je zwölf Ankünfte und Abflüge nach Frankfurt sowie je zehn Verbindungen nach München geplant.

Nicht bestreikt werden Swiss, Austrian, Ita, Brussels Airlines sowie die deutschen Töchter Eurowings und Discover. Bei Cityline und Lufthansa City Airlines drohen dagegen Ausfälle. Passagiere haben Anspruch auf Entschädigung zwischen 250 und 600 Euro je nach Flugdistanz, Ersatzbeförderung sowie Verpflegung und gegebenenfalls Hotelzimmer.

Der Kranichkonzern spricht von einem unverhältnismäßigen Schlag gegen die Fluggäste. Der kurzfristige Doppelstreik trifft die Airline zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt – just zum Jubiläum zeigt sich, wie tief die Gräben zwischen Management und Personal verlaufen.

Lufthansa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lufthansa-Analyse vom 11. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Lufthansa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lufthansa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 11. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Lufthansa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...