Lufthansa Aktie: Bremsspuren im Premium-Geschäft
Die ambitionierte Qualitätsoffensive der Deutschen Lufthansa gerät ins Stocken. Ausgerechnet beim neuen Prestige-Produkt "Allegris" sorgen fehlende Genehmigungen für massive Einschränkungen im Verkauf, während gleichzeitig geopolitische Spannungen den Flugplan diktieren. Droht dem Konzern nun ein empfindlicher Dämpfer im wichtigen Sommergeschäft?
Die wichtigsten Entwicklungen:
* Zertifizierung fehlt: Auf Boeing 787-9 Jets sind derzeit nur 4 von 28 neuen Business-Class-Sitzen buchbar.
* Geopolitik: Nachtflüge nach Tel Aviv bleiben bis mindestens 3. Februar 2026 ausgesetzt.
* Lichtblick: Lufthansa Cargo expandiert ab Februar mit neuen Zielen im Mittelstreckennetz.
* Tarifkonflikt: Verhandlungen mit ver.di für 20.000 Bodenbeschäftigte laufen seit Mitte Januar.
Teures Warten auf Genehmigung
Das Herzstück der Modernisierungsstrategie wird derzeit zum operativen Nadelöhr. Auf den Langstreckenflugzeugen vom Typ Boeing 787-9 darf die Airline lediglich einen Bruchteil der neuen "Allegris" Business-Class-Sitze verkaufen. Der Grund ist eine ausstehende Zertifizierung durch die US-Luftfahrtbehörde FAA. Aktuell müssen 24 der 28 Sitze gesperrt bleiben, was die Einnahmen im hochprofitablen Premium-Segment direkt beschneidet. Das Management hofft auf eine behördliche Freigabe bis April 2026. Sollte dieser Zeitplan wackeln, wäre die volle Kapazität in der umsatzstarken Sommersaison gefährdet.
Zusätzlich belasten externe Faktoren die Effizienz. Aufgrund der Sicherheitslage in Nahost müssen Routen angepasst und der Luftraum über Iran und Irak umflogen werden. Dies führt zu längeren Flugzeiten und steigenden Kosten. Parallel dazu erfordern die seit dem 19. Januar laufenden Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft ver.di volle Aufmerksamkeit, nachdem es bereits zu ersten Warnstreiks kam.
Frachtsparte als Stabilisator
Während das Passagiergeschäft mit Hürden kämpft, liefert die Logistiksparte positive Impulse. Lufthansa Cargo baut das Netzwerk ab Anfang Februar mit neuen Verbindungen von Frankfurt nach Rom und Algier aus. Der Einsatz von Airbus A321-Frachtern stärkt dabei gezielt das innereuropäische Angebot.
An der Börse spiegelt sich die gemischte Nachrichtenlage wider. Zwar verzeichnet das Papier auf 12-Monats-Sicht ein sattes Plus von rund 36 Prozent, doch die jüngste Konsolidierung drückte den Kurs zuletzt auf 8,64 Euro. Damit notiert die Aktie gut 15 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, was die momentane Zurückhaltung der Marktteilnehmer unterstreicht.
Für den weiteren Kursverlauf ist der Zeitplan der US-Behörden nun die entscheidende Variable. Gelingt die vollständige Freigabe der "Allegris"-Kabine bis April, kann die Lufthansa das volle Ertragspotenzial heben – andernfalls drohen spürbare Margenbelastungen in der wichtigsten Saison des Jahres.
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