Der italienische Rüstungskonzern Leonardo zieht einen Schlussstrich unter sein ziviles Luftfahrt-Abenteuer in Asien. Statt auf ein chinesisches Langstreckenflugzeug zu hoffen, das seit Jahren mit Verzögerungen kämpft, lenkt das Management den Fokus nun voll auf westliche Verteidigungstechnologien. Dieser Kurswechsel bereinigt nicht nur die Bilanz, sondern stärkt gleichzeitig die Position auf dem lukrativen US-Markt.

Abschied vom Projekt CR929

Konkret trennt sich das Unternehmen von seinem 30-prozentigen Anteil am Joint Venture Cnbm Aerostructure in Shanghai. Die Partnerschaft sollte ursprünglich den Bau des CR929 vorantreiben – ein Großraumflugzeug, das als Konkurrenz zur Boeing Dreamliner gedacht war. Wegen massiver Designprobleme und regulatorischer Hürden droht der Produktionsstart jedoch auf das Jahr 2030 zu rutschen.

Das Management zieht nun die Konsequenzen aus diesen Verzögerungen. Für den Ausstieg nimmt der Konzern eine Abschreibung von neun Millionen Euro in Kauf. Der Schritt dient primär dazu, die Bilanz von nicht-kerngeschäftlichen Altlasten zu befreien und Kapital für profitablere Projekte freizumachen. Bis Ende 2026 soll der Verkauf nach Erhalt aller behördlichen Genehmigungen vollständig abgeschlossen sein.

Hightech für das US-Militär

Während das zivile Asiengeschäft schrumpft, baut die US-Tochter Leonardo DRS ihre Präsenz im Verteidigungssektor gezielt aus. Mit der Einführung der neuen Plattform „THOR“ liefert das Unternehmen ein robustes Computersystem für Bodenkampffahrzeuge. Die Technologie ist speziell für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Sensorfusion direkt an der Front konzipiert.

Dieser Vorstoß untermauert den aktuellen Industrieplan bis 2030. Leonardo setzt hierbei stark auf KI-gestützte Entscheidungsfindung auf modernen Schlachtfeldern und positioniert sich als unverzichtbarer Technologiepartner für die US-Streitkräfte.

Solides Fundament

Die fundamentalen Aussichten stützen diesen strategischen Umbau. Für das laufende Jahr rechnet das Management mit Auftragseingängen von rund 25 Milliarden Euro und einem Umsatz von etwa 21 Milliarden Euro. Aktionäre profitieren zudem von einer geplanten Dividende in Höhe von 0,63 Euro je Anteilsschein, was einem Anstieg von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Nach einem jüngsten Kursrücksetzer schloss das Papier am Dienstag bei 58,58 Euro, womit seit Jahresbeginn weiterhin ein solides Plus von über 14 Prozent auf der Anzeigetafel steht.

Der Rückzug aus Asien fügt sich nahtlos in die Strategie von CEO Roberto Cingolani ein. Frei werdendes Kapital fließt nun direkt in wachstumsstarke Bereiche wie Cybersicherheit, Weltraumsysteme und die kürzlich integrierte Iveco-Verteidigungssparte. Mit dem klaren Ziel, das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA bis 2028 unter dem Faktor 0,8 zu halten, sichert der Konzern gleichzeitig seine finanzielle Stabilität für kommende Großaufträge ab.

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