Hensoldt veröffentlicht heute den geprüften Konzernabschluss für 2025 — und die Ausgangslage ist widersprüchlich. Rekordaufträge, übertroffenem Ergebnis und ein CEO, der eigene Aktien kauft, stehen einem Kurs gegenüber, der zuletzt deutlich nachgegeben hat.

Auftragsbestand wächst, Umsatz hängt hinterher

Das strukturelle Spannungsfeld ist bekannt, bekommt aber mit dem Jahresbericht nun geprüfte Zahlen: Der Auftragseingang kletterte 2025 um 62 Prozent auf 4,71 Milliarden Euro, der Auftragsbestand wuchs um ein Drittel auf 8,83 Milliarden Euro. Der Umsatz legte dagegen nur um knapp zehn Prozent auf 2,46 Milliarden Euro zu — weniger als ein Viertel des gesamten Bestands.

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Das Kernproblem: Lieferkettenengpässe bei elektronischen Bauteilen und der Mangel an qualifizierten Fachkräften bremsen die Abarbeitung. Die Umsatzprognose für 2026 von rund 2,75 Milliarden Euro liegt zudem etwa zwei Prozent unter dem Analystenkonsens — ein Faktor, der die Aktie zuletzt belastet hat. Mit einem Minus von rund 13 Prozent in den vergangenen sieben Handelstagen notiert der Titel mittlerweile deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.

Beim bereinigten Ergebnis übertraf Hensoldt hingegen die eigenen Erwartungen: Die EBITDA-Marge erreichte 18,4 Prozent, der bereinigte Free Cashflow lag mit 347 Millionen Euro über der Guidance. Für 2026 peilt das Management eine Marge von 18,5 bis 19 Prozent an — Analysten hatten mehr erwartet.

Konkrete Maßnahmen gegen den Flaschenhals

Hensoldt geht das Kapazitätsproblem auf mehreren Wegen an. Ein Vertrag mit United Monolithic Semiconductors sichert bis 2030 die Lieferung von 900.000 Gallium-Nitrid-Chips — dem technologischen Kern der Radarsysteme, die im Rahmen der European Sky Shield Initiative stark nachgefragt werden. Parallel übernimmt Hensoldt Ingenieure und Softwareentwickler vom Automobilzulieferer Aumovio, der konzernweit rund 4.000 Stellen abbaut. Die geplante Übernahme des niederländischen Optronik-Spezialisten Nedinsco soll Mitte 2026 aus eigenen Mitteln finanziert abgeschlossen werden.

Insider kaufen trotz Kursdruck

Zwei Signale stechen heraus: CEO Oliver Dörre erwarb 1.000 Aktien zu durchschnittlich 75,25 Euro. BlackRock erhöhte seinen Stimmrechtsanteil leicht auf 5,06 Prozent. Ob das als Vertrauensbeweis zu werten ist, werden die Q1-Zahlen am 6. Mai zeigen — dann lässt sich erstmals ablesen, ob die eingeleiteten Maßnahmen die Umsetzungsgeschwindigkeit tatsächlich erhöhen. Bis dahin schlägt Hensoldt für den 27. Mai eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie vor.

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