Im April 2026 steht IREN vor einem entscheidenden Moment: Die Inbetriebnahme des 1,4-GW-Standorts Sweetwater 1 in Texas soll das Unternehmen vom reinen Bauprojekt zum operativen KI-Infrastrukturanbieter verwandeln. Gleichzeitig wirft die aggressive Finanzierungsstrategie Fragen auf, die Anleger zunehmend beschäftigen.

Texas als Fundament einer wachsenden Infrastruktur

Sweetwater 1 ist direkt an das ERCOT-Stromnetz angebunden und bietet mehrere Glasfaserpfade mit einer Latenz von unter zehn Millisekunden zu den nächstgelegenen Hyperscaler-Regionen. Ab Mitte 2026 plant IREN, monatlich rund 50 MW an Rechenzentrumskapazität am Standort in Betrieb zu nehmen.

Der Standort ist jedoch nur ein Teil eines größeren Ausbaus. Neben den zwei Sweetwater-Standorten, die zusammen auf 2 GW ausgebaut werden sollen, kam zuletzt ein 1,6-GW-Campus in Oklahoma hinzu. Insgesamt verfügt IREN damit über mehr als 4,5 GW gesicherter netzangebundener Kapazität — wovon bislang weniger als zehn Prozent für einen milliardenschweren Microsoft-Vertrag genutzt werden.

150.000 GPUs, 3,7 Milliarden Dollar Zielumsatz

Parallel zur Infrastruktur treibt IREN den Aufbau seiner Rechenkapazitäten voran. Das Unternehmen hat Kaufverträge für mehr als 50.000 NVIDIA-B300-GPUs abgeschlossen und bringt seine Gesamtflotte damit auf 150.000 Einheiten. Die gestaffelte Inbetriebnahme ist für die zweite Jahreshälfte 2026 an den Standorten in Mackenzie (British Columbia) und Childress (Texas) geplant. Bei vollständiger Auslastung soll die Flotte einen annualisierten KI-Cloud-Umsatz von mehr als 3,7 Milliarden US-Dollar ermöglichen.

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Finanziert wird der Ausbau über ein breites Instrumentarium: In den vergangenen acht Monaten sicherte sich IREN nach eigenen Angaben 9,3 Milliarden US-Dollar an Finanzierungszusagen. Für die zweite Jahreshälfte 2026 sind weitere Investitionsausgaben von rund 3,5 Milliarden US-Dollar geplant.

Verwässerung als Streitpunkt

Genau diese Finanzierungsdimension sorgt für Unmut unter Anlegern. IREN ersetzte sein bisheriges ATM-Programm über eine Milliarde US-Dollar — das bereits vollständig über den Verkauf von 66,7 Millionen Aktien ausgeschöpft worden war — durch ein neues Programm mit einem Volumen von sechs Milliarden US-Dollar. Kritiker sehen darin eine aggressive Verwässerung, die sich auf nahezu die Hälfte der aktuellen Marktkapitalisierung beläuft.

Hinzu kommt ein enttäuschendes Quartalsergebnis: Der Q2-Umsatz lag mit 184,7 Millionen US-Dollar deutlich unter den 240,3 Millionen US-Dollar des Vorquartals, der Nettoverlust belief sich auf 155,4 Millionen US-Dollar. Die Aktie notiert derzeit rund 46 Prozent unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs.

Bewertung setzt flekellosen Ablauf voraus

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 36,6x liegt über dem US-Software-Sektor (29,4x), aber unter vergleichbaren Wettbewerbern (51,7x). Die Bewertung lässt wenig Spielraum für Verzögerungen — sei es bei der GPU-Auslieferung, dem Rechenzentrumsausbau oder dem Erreichen der Umsatzziele. Die Inbetriebnahme von Sweetwater 1 in wenigen Wochen wird zeigen, ob IREN seinen ehrgeizigen Infrastrukturplan im Zeitplan halten kann.

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