Der Nahostkonflikt hat die Infrastruktur eines der größten Energiekonzerne der Welt direkt erfasst. Bei einem iranischen Raketenangriff auf die katarische Industriestadt Ras Laffan wurde Shells wichtigste Gas-to-Liquids-Anlage beschädigt. Während das Personal unverletzt blieb, drohen nun massive Ausfälle in der globalen LNG-Versorgung.

Ausmaß der Zerstörung

Am Mittwochabend trafen iranische Geschosse den Industriekomplex an der Küste Katars. Im Zentrum des Angriffs stand die Pearl GTL-Anlage, ein Joint Venture zwischen Shell und QatarEnergy. Laut einer offiziellen Mitteilung vom Donnerstag brach auf dem Gelände ein Feuer aus, das die Einsatzkräfte rasch löschen konnten. Alle Mitarbeiter blieben unversehrt.

Das staatliche katarische Energieunternehmen spricht allerdings von erheblichen Schäden an der Pearl-Anlage sowie an mehreren benachbarten LNG-Einrichtungen. Pearl GTL ist die weltweit größte Anlage ihrer Art und wandelt bei voller Kapazität täglich 1,6 Milliarden Kubikfuß Erdgas in flüssige Brennstoffe um. Für Shells integrierte Gasstrategie ist dieser Standort von zentraler Bedeutung. Angesichts der unsicheren Lage an den Energiemärkten verzeichnete der Titel heute einen leichten Rückgang von 1,88 Prozent auf 39,73 Euro.

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Geopolitische Kettenreaktion

Der jüngste Beschuss reiht sich in eine Serie von Eskalationen ein. Bereits Anfang März musste Katar seine LNG-Produktion nach iranischen Drohnenangriffen stoppen. Teheran setzt damit seine Drohung um, Energieinfrastruktur in Nachbarländern ins Visier zu nehmen. Dies gilt als Vergeltung für amerikanische und israelische Operationen gegen das iranische South-Pars-Gasfeld. Neben Katar wurden auch Raffinerien in Kuwait und Saudi-Arabien attackiert.

Die diplomatischen Konsequenzen folgten umgehend. Katar wies die Militär- und Sicherheitsattachés der iranischen Botschaft an, das Land innerhalb von 24 Stunden zu verlassen.

Globale Lieferketten unter Druck

Die Auswirkungen auf den Weltmarkt sind gravierend. Qatargas hat für seine Lieferungen "Force Majeure" (höhere Gewalt) angemeldet. Dieser Schritt stürzt den globalen Markt für Flüssigerdgas in Turbulenzen, da Käufer in Asien und Europa nun händeringend nach Alternativen für die Stromerzeugung suchen. Der Industriekomplex Ras Laffan zeichnet normalerweise für etwa ein Fünftel des weltweiten LNG-Angebots verantwortlich.

Wann die Produktion wieder anläuft, ist völlig offen. Ira Joseph, Energieexperte an der Columbia University, hält eine Rückkehr der katarischen Lieferungen vor Mitte des Jahres für ambitioniert. Shell und die katarischen Behörden werten derzeit die genauen strukturellen Schäden aus und wollen in den kommenden Tagen über offizielle Kanäle über die nächsten operativen Schritte informieren.

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