IREN baut eine der größten KI-Infrastrukturen der Branche auf — und finanziert das Vorhaben mit einem Aktienprogramm, das Investoren zunehmend spaltet. Das Unternehmen hat gesicherte Netzkapazitäten von mehr als 4,5 Gigawatt aufgebaut, nutzt davon bislang aber weniger als 10 Prozent. Die Frage ist nicht, ob die Ambitionen groß sind. Sondern ob die Kapitalstruktur dazu passt.

Das ATM-Programm und seine Kritiker

Kern der Debatte ist ein 6-Milliarden-Dollar-Programm zur Ausgabe neuer Aktien direkt über den Markt — ein sogenanntes At-the-Market-Programm. Kritiker bemängeln, dass das Volumen nahezu der Hälfte der aktuellen Marktkapitalisierung entspricht und bestehende Aktionäre durch den kontinuierlichen Verkaufsdruck verwässert werden. Der Umbau vom Bitcoin-Mining hin zur KI-Infrastruktur erfordert massiven Kapitaleinsatz, doch das Programm schürt Zweifel, ob das Wachstum auf Kosten der Altaktionäre finanziert wird.

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Gleichzeitig sind die Zahlen des zweiten Quartals nicht ohne Makel. Der Umsatz von 184,7 Millionen Dollar verfehlte die Konsenserwartungen um knapp 20 Prozent. Bitcoin-Mining-Erlöse sanken von 232,9 auf 167,4 Millionen Dollar, da Ressourcen in Richtung KI-Cloud umgeleitet wurden. Der Nettoverlust lag bei 155,4 Millionen Dollar — nach einem Gewinn von 384,6 Millionen Dollar im Vorquartal, belastet durch nicht zahlungswirksame und einmalige Aufwendungen sowie 31,8 Millionen Dollar an Abschreibungen auf Mining-Hardware.

Infrastruktur und Microsoft als Fundament

Hinter den Quartalszahlen steht eine Infrastruktur, die auf erhebliches Wachstum ausgelegt ist. IREN hat Kaufverträge für mehr als 50.000 Nvidia-B300-GPUs abgeschlossen und bringt die Gesamtflotte damit auf 150.000 Einheiten. Die gestaffelte Inbetriebnahme in Rechenzentren in British Columbia und Texas ist für das zweite Halbjahr 2026 geplant. Das Management erwartet daraus einen annualisierten KI-Cloud-Umsatz von über 3,7 Milliarden Dollar bis Ende 2026.

Anker des gesamten Vorhabens ist ein 9,7-Milliarden-Dollar-Vertrag mit Microsoft. Co-CEO Daniel Roberts gab an, Finanzierungszusagen für 3,6 Milliarden Dollar GPU-Finanzierung zu einem Zinssatz von unter 6 Prozent gesichert zu haben. Zusammen mit 1,9 Milliarden Dollar an Vorauszahlungen von Microsoft deckt das Paket rund 95 Prozent der GPU-bezogenen Investitionskosten ab. Zudem wurde IREN Ende Februar in den MSCI USA Index aufgenommen — ein Schritt, der die Sichtbarkeit bei institutionellen Investoren erhöhen dürfte.

Ausblick auf die entscheidenden Monate

Die Aktie notiert derzeit rund 45 Prozent unterhalb ihres 52-Wochen-Hochs von 66,51 Euro. Der April wird ein erster Prüfstein: Mit der geplanten Inbetriebnahme des 1,4-Gigawatt-Standorts Sweetwater beginnt die Phase, in der IREN zeigen muss, ob KI-Cloud-Erlöse schnell genug skalieren, um die rückläufigen Mining-Einnahmen zu kompensieren. Neue Kundenverträge jenseits von Microsoft und eine Normalisierung der Quartalsergebnisse weg von Einmaleffekten wären die nächsten konkreten Signale, an denen der Markt das Unternehmen messen wird.

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