The Trade Desk steht unter dem stärksten Druck seit Jahren. Innerhalb weniger Wochen haben drei der fünf größten Werbekonzerne der Welt ihre Zusammenarbeit mit der Plattform eingeschränkt oder ganz aufgekündigt — und die Konsequenzen schlagen sich direkt im Kurs nieder.

Wie die Krise eskalierte

Den Anfang machten Dentsu und WPP, die sich aus dem OpenPath-Programm von The Trade Desk zurückzogen. OpenPath ist eine 2022 gestartete Initiative, die Werbetreibenden direkten Zugang zu Publishern ermöglichen soll. Beide Konzerne nannten Bedenken rund um Gebühren und mangelnde Transparenz als Grund.

Der eigentliche Wendepunkt kam mit Publicis Groupe. Der weltgrößte Werbekonzern erklärte Mitte März, seinen Kunden The Trade Desk künftig nicht mehr als Demand-Side-Plattform zu empfehlen. Grundlage war ein internes Audit, das schwere Vorwürfe enthüllte: angeblich fehlerhafte Gebührenabrechnung, Abrechnung nicht autorisierter Tools und fehlende Nachweise darüber, ob Medienkosten ohne versteckte Aufschläge weitergegeben wurden.

The Trade Desk wies die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher erklärte, die Darstellung, das Unternehmen habe ein Audit nicht bestanden, sei schlicht falsch. CEO Jeff Green wurde auf LinkedIn deutlicher und warf Agenturen vor, Transparenz öffentlich zu fordern, ihr aber in der Praxis auszuweichen — eine Aussage, die kaum als etwas anderes denn als direkte Antwort an Publicis zu lesen ist.

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Analysten reagieren mit Abstufungen

Die Kursentwicklung spiegelt die Schwere der Lage wider. The Trade Desk hat seit Jahresbeginn über 33 Prozent verloren und notiert rund 72 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 89,76 Dollar aus dem August 2025. Allein in zwei Handelstagen nach dem Publicis-Eklat verlor die Aktie rund 13 Prozent — während der S&P 500 nahezu unverändert blieb.

Mehrere Banken reagierten mit Abstufungen:

  • Stifel senkte von „Buy" auf „Hold", Kursziel von 48 auf 26 Dollar — mit dem Hinweis, Publicis mache über zehn Prozent der Brutto-Abrechnungen aus
  • Rosenblatt stufte ebenfalls auf „Hold" ab, Kursziel 25 Dollar
  • Jefferies kürzte das Kursziel von 27 auf 22 Dollar, unter Verweis auf die schwache Q1-Umsatzprognose und unerwartet sinkende Margen

Ein Gegengewicht — vorerst nur auf dem Papier

Inmitten der Turbulenzen kursieren Berichte, wonach The Trade Desk in frühen Gesprächen mit OpenAI steckt, um Werbeflächen auf dessen Plattformen zu vermarkten. Der Markt wertete das als Zeichen, dass The Trade Desk als Infrastruktur für KI-gestützte Werbung relevant bleibt.

Das ändert nichts an der unmittelbaren Lage. Ein Unternehmen, das jahrelang Umsatzwachstum von 20 Prozent oder mehr lieferte, hat für das erste Quartal nur noch zehn Prozent in Aussicht gestellt. Sollte die Publicis-Affäre weitere Agenturen zu eigenen Audits veranlassen — was Branchenbeobachter für möglich halten —, könnte der Druck auf Umsatz und Margen in den kommenden Quartalen weiter steigen.

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