Infineon drückt aufs Tempo: Starke Quartalszahlen, eine strategische Übernahme für 570 Millionen Euro und massive Zusatzinvestitionen in KI-Kapazitäten – der Halbleiterkonzern zeigt sich in Offensivlaune. Doch die erhöhten Investitionen von 2,7 Milliarden Euro werfen auch die Frage auf, wie schnell sich das Engagement im boomenden KI-Markt auszahlt.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Umsatz Q1: 3,66 Milliarden Euro (+7% zum Vorjahr)
  • Segmentergebnis-Marge: 17,9 Prozent
  • Bereinigte Bruttomarge klettert auf 43,0 Prozent
  • Akquisition des ams OSRAM Sensorportfolios für 570 Millionen Euro
  • Investitionen steigen von 2,2 auf 2,7 Milliarden Euro
  • KI-Umsatzziel: 1,5 Milliarden Euro (GJ 2026), 2,5 Milliarden Euro (GJ 2027)

Solide Zahlen trotz saisonaler Belastung

Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 verlief für Infineon besser als erwartet. Mit 3,66 Milliarden Euro Umsatz übertraf der DAX-Konzern die Analystenschätzungen. Der Periodengewinn verbesserte sich auf 256 Millionen Euro.

Besonders erfreulich entwickelte sich die bereinigte Bruttomarge, die von 40,7 Prozent im Vorquartal auf 43,0 Prozent zulegte. Das Automotive-Segment erwirtschaftete 1,82 Milliarden Euro bei einer starken Marge von 22,1 Prozent. Softwarebasierte Fahrzeuge und fortschrittliche Assistenzsysteme treiben hier das Wachstum, während die Elektromobilität schwächelt.

Im Bereich Power & Sensor Systems kompensierte die hohe Nachfrage nach KI-Server-Stromversorgungen die saisonale Smartphone-Flaute. Der Umsatz erreichte 1,17 Milliarden Euro.

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Strategische Erweiterung durch ams OSRAM-Deal

Mit der Übernahme des nicht-optischen Sensorportfolios von ams OSRAM sichert sich Infineon Zugang zu medizinischer Bildgebungstechnologie und hochpräzisen Sensoren für Automotive-, Industrie- und Medizintechnik-Anwendungen. Das akquirierte Geschäft soll 2026 rund 230 Millionen Euro Umsatz beisteuern.

Die Transaktion ist als fabless Asset Deal strukturiert – Infineon kauft Produkte, geistiges Eigentum und Entwicklungskapazitäten, aber keine Fabriken. Rund 230 Mitarbeiter wechseln zum Konzern. Der Abschluss ist für das zweite Quartal geplant.

Milliarden für KI-Kapazitäten

Die deutliche Erhöhung der Investitionen von 2,2 auf 2,7 Milliarden Euro unterstreicht Infineons Ambitionen im KI-Segment. Die zusätzlichen 500 Millionen Euro fließen in den Ausbau der Fertigungskapazitäten für Stromversorgungslösungen in KI-Rechenzentren.

Das Management bestätigt sein ehrgeiziges Umsatzziel: 1,5 Milliarden Euro aus KI-bezogenen Produkten im laufenden Geschäftsjahr, 2,5 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2027. Damit würde Infineon seine Position als Zulieferer für den Rechenzentrum-Boom deutlich ausbauen.

Prognose bestätigt

Für das zweite Quartal rechnet Infineon mit einem Umsatz von rund 3,8 Milliarden Euro bei einer Segmentergebnis-Marge im mittleren bis oberen Zehnerbereich. Die Jahresprognose bleibt unverändert: moderates Umsatzwachstum, bereinigte Bruttomarge im niedrigen 40er-Prozentbereich.

Am 19. Februar findet die Hauptversammlung in München statt. Die nächsten Quartalszahlen folgen voraussichtlich am 6. Mai.

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