Die Geister der Vergangenheit holen "Big Blue" ein. Während IBM operativ mit neuen KI-Produkten voranschreitet, sorgt der ehemalige Spinoff Kyndryl für Panik an den Märkten. Eine SEC-Untersuchung und der fluchtartige Abgang der Finanzspitze bei der ehemaligen Tochter rissen die IBM-Papiere am Dienstag deutlich ins Minus. Trotz starker eigener Quartalszahlen leiden Anleger unter den Turbulenzen des 2021 abgespaltenen IT-Dienstleisters.

Bilanz-Alarm bei Kyndryl

Auslöser des Kursrutsches von rund 6 Prozent war eine Hiobsbotschaft der ehemaligen Managed-Infrastructure-Sparte. Kyndryl räumte am Montag ein, dass die US-Börsenaufsicht SEC die Buchhaltungspraktiken des Unternehmens untersucht. Die Behörde prüft insbesondere das Cash-Management, die Angaben zum bereinigten Free Cash Flow sowie die Wirksamkeit der internen Kontrollen bei der Finanzberichterstattung.

Die Reaktion an der Wall Street fiel brutal aus: Die Kyndryl-Aktie kollabierte am Montag um über 50 Prozent und fiel auf den tiefsten Stand seit Ende 2022. Analysten von JPMorgan stuften das Papier umgehend von "Overweight" auf "Underweight" ab.

Führungsebene tritt ab

Die Lage beim IT-Dienstleister wirkt bedrohlich, was auch durch personelle Konsequenzen unterstrichen wird. CFO David Wyshner und Chefjurist Edward Sebold verließen das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Auch der Global Controller Vineet Khurana räumte seinen Posten. Experten werten den gleichzeitigen Abgang zweier Führungskräfte, die für die Integrität der Finanzberichte verantwortlich sind, als massives Warnsignal.

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Operative Stärke als Kontrast

Ironischerweise lieferte IBM selbst positive Nachrichten, die im Chaos um die ehemalige Tochter untergingen. Fast zeitgleich präsentierte der Konzern am 10. Februar sein neues FlashSystem-Portfolio. Die Speicherlösungen setzen auf sogenannte "Agentic AI", um Ransomware in weniger als einer Minute zu erkennen und die Verwaltung zu automatisieren.

Auch fundamental steht der Mutterkonzern solide da:
* Quartalszahlen: Ende Januar meldete IBM einen Gewinn pro Aktie von 4,52 US-Dollar, deutlich über den Erwartungen (4,33 US-Dollar).
* Umsatz: Die Erlöse kletterten im vierten Quartal um über 12 Prozent auf 19,69 Milliarden US-Dollar.
* Institutionelle Anleger: Großinvestoren wie die ING Groep bauten ihre Positionen zuletzt sogar aus.

Dennoch notierte die Aktie zur Wochenmitte bei Eröffnung nur noch bei 291,76 US-Dollar, deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von knapp 325 US-Dollar. Für IBM-Aktionäre bleibt die Situation eine Geduldsprobe. Es gilt nun zu beobachten, ob sich die Korrelation zum ehemaligen Spinoff als kurzfristige Marktpanik erweist oder ob die SEC-Ermittlungen bei Kyndryl noch tiefere Schatten auf die ehemalige Konzernmutter werfen.

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