Hims & Hers startet mit einer Gegenbewegung ins neue Jahr – trotz anhaltender Sorgen um strengere Vorgaben für GLP‑1‑Gewichtsmedikamente. Während Shortseller massiv auf Probleme wetten, legt das Unternehmen weiter beeindruckende Wachstumsraten vor. Entscheidend ist nun, welcher dieser beiden Faktoren in den kommenden Monaten die Oberhand gewinnt.

Erholung nach volatilem Wochenstart

Am Freitag konnte die Aktie ihre mehrtägige Abwärtsbewegung stoppen und drehte ins Plus. Sie ging bei 33,41 US‑Dollar aus dem Handel, was einem Tagesgewinn von 2,89 % entspricht. Auf Wochensicht bleibt das Bild jedoch gemischt: Der Kurs liegt rund 2,6 % unter dem Stand vor sieben Tagen, während die Aktie im 30‑Tage‑Vergleich gut 5 % zugelegt hat.

Auffällig ist der langfristige Rahmen: Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Anstieg von gut 36 %, gleichzeitig notiert der Titel fast 50 % unter seinem 52‑Wochen‑Hoch von 66,06 US‑Dollar. Der Abstand von über 17 % zur 200‑Tage‑Linie signalisiert, dass die Aktie trotz der jüngsten Erholung weiterhin deutlich unter ihrem längerfristigen Trend handelt.

Zwei Narrative prallen aufeinander

Am Markt prallen derzeit zwei zentrale Geschichten aufeinander:

  • Regulatorische Unsicherheit:
    Im Mittelpunkt steht der Safe Drugs Act und mögliche FDA‑Beschränkungen für sogenannte „compounded“ GLP‑1‑Gewichtsmedikamente. Diese Debatte lastet spürbar auf der Stimmung. Der geschätzte Short‑Float von rund 34,6 % zeigt, wie aggressiv einige Marktteilnehmer auf negative Nachrichten setzen. Die Folge: erhöhte Schwankungen, da jede positive Meldung zu schnellen Eindeckungen und kurzen Rallys führen kann.

  • Operative Stärke:
    Fundamental präsentiert sich das Bild deutlich robuster. Im dritten Quartal 2025 erzielte Hims & Hers einen Umsatz von knapp 600 Mio. US‑Dollar, ein Plus von 49 % im Jahresvergleich. Damit wächst das Unternehmen weit über Branchenniveau und zeigt, dass das Modell einer personalisierten Gesundheitsplattform über das frühere „Pandemie‑Gewinner“-Image hinaus trägt. Treiber sind hohe Kundenbindung und der Ausbau neuer Bereiche wie mentale Gesundheit und Dermatologie.

Die Kombination aus regulatorischem Gegenwind und starkem operativem Momentum erklärt, warum die Kursentwicklung so schwankungsanfällig bleibt.

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Bewertung als Streitpunkt

Ein zentraler Konfliktpunkt ist die Bewertung. Mit einem Kurs‑Gewinn‑Verhältnis im Bereich von etwa 58–60 wird die Aktie klar mit einem Premium-Multiple gehandelt.

Kritiker sehen darin ein erhebliches Risiko: Fällt die Wachstumsdynamik oder schlagen regulatorische Eingriffe stärker durch als erwartet, könnte dieser Aufschlag rasch unter Druck geraten. Befürworter verweisen dagegen auf:

  • nahezu 50 % Umsatzwachstum bei bereits hoher Umsatzbasis,
  • die fortschreitende Verbesserung der Profitabilität,
  • und die Positionierung als skalierbare Plattform statt reiner Telemedizin-Anbieter.

Kurz gesagt: Die Bewertung setzt nahezu fehlerfreie Umsetzung voraus – jede Enttäuschung hätte Gewicht.

Strategische Antwort auf Regulierungsrisiken

Die jüngste Kursbewegung lässt sich nur im Kontext der Expansionsstrategie verstehen. Ende 2025 hat Hims & Hers begonnen, sein regulatorisches Risiko gezielt zu streuen:

  • Ausbau der Präsenz in Kanada
  • Start von Gewichtsverlustprogrammen im Vereinigten Königreich

Damit reduziert das Unternehmen seine Abhängigkeit vom US‑Markt und den dort geltenden Regeln für Magistralrezepturen. Historisch hat Hims & Hers mehrfach bewiesen, dass es das Geschäftsmodell anpassen und neue Wachstumsfelder erschließen kann – vom simplen Telemedizin‑Anbieter hin zu einer vertikal integrierten „Personalized Health“-Plattform.

Zwar liegen die extremen Wachstumsraten von rund 88 % aus dem Jahr 2023 hinter dem Unternehmen, doch knapp 50 % Umsatzplus bei einem Run‑Rate von über 2 Mrd. US‑Dollar heben Hims & Hers deutlich von vielen Telehealth‑Titeln ab, die nach der Pandemie stark an Dynamik verloren haben.

Ausblick: Quartalszahlen als nächster Prüfstein

Der nächste große Termin für Anleger ist der Q4‑2025‑Bericht, der um den 23. Februar 2026 erwartet wird. Dann wird sichtbar, wie stark sich die jüngsten regulatorischen Entwicklungen tatsächlich in Umsatz, Marge und Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 niederschlagen.

Aus technischer Sicht ist die Rückeroberung der Marke von 33 US‑Dollar ein erster konstruktiver Schritt. Bullen werden nun auf eine Stabilisierung oberhalb dieses Niveaus und einen Anlauf in Richtung 35 US‑Dollar achten, um eine belastbare Trendwende zu untermauern, während die hohe Shortquote kurzfristig für weitere heftige Bewegungen in beide Richtungen sorgen kann.

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