Der Walldorfer Softwarekonzern reagiert mit einer umfassenden Vorstandsreorganisation auf die anhaltende Skepsis am Finanzmarkt. Während CEO Christian Klein den Fokus radikal auf Kundenerfolg und Künstliche Intelligenz richtet, sorgt ein prominenter Abgang in der Produktentwicklung für neue Unruhe. Kann dieser strategische Umbau den seit Monaten fallenden Aktienkurs stabilisieren?

Neuer Fokus auf Kundenerfolg

Um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen, strukturiert Christian Klein die Führungsriege neu. Im Zentrum steht die Schaffung der „Customer Value Group“ unter der Leitung von Thomas Saueressig. Der Manager übernimmt ab dem 1. April die Verantwortung für die komplette Kundenreise – vom Vertrieb bis zur Implementierung.

Das klare Ziel dieser Maßnahme ist es, die Adoption der Cloud- und KI-Lösungen zu beschleunigen und Vertragsverlängerungen abzusichern. Saueressig soll hierbei die zuletzt laut gewordene Kritik an der Lizenzierungspolitik und dem Return on Investment (ROI) der S/4HANA-Migration adressieren.

Personalien belasten Stimmung

Die strategische Neuausrichtung wird jedoch von einer gewichtigen Personalentscheidung überschattet. Muhammad Alam, Vorstand für Produktentwicklung und Engineering, wird seinen im März 2027 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Obwohl er bis dahin zentrale Projekte wie den KI-Assistenten „Joule“ weiterführen soll, erhöht sein geplanter Abschied die Fluktuation im SAP-Vorstand. Für Investoren, die auf Stabilität in der technologischen Exekution hoffen, ist dies ein Warnsignal.

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Starke Zahlen, schwacher Kurs

Die Diskrepanz zwischen operativer Entwicklung und Börsenbewertung könnte kaum größer sein. Während SAP für 2025 ein Cloud-Wachstum von 23 Prozent und eine Verdopplung des Betriebsergebnisses meldete, notiert die Aktie heute bei 168,96 Euro – nur knapp über dem 52-Wochen-Tief.

Der Markt ignoriert die starken Ist-Zahlen und fokussiert sich auf die Risiken: Ein enttäuschter Cloud-Auftragsbestand im vierten Quartal sowie die Sorge, dass neue KI-Tools klassische Softwaremodelle kannibalisieren könnten, drücken auf die Stimmung. Mit einem Abstand von fast 38 Prozent zum Rekordhoch aus dem Sommer 2025 spiegelt der Kurs tiefes Misstrauen wider.

Finanzielle Offensive läuft

Das Management setzt nun auch die Bilanz ein, um den Kursverfall zu stoppen. Seit Februar läuft ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 10 Milliarden Euro, flankiert von einer Dividendenerhöhung auf 2,50 Euro je Aktie. Diese massiven Kapitalmaßnahmen sollen den Boden bereiten, während im Hintergrund eine Wettbewerbsuntersuchung der EU-Kommission zum Wartungsgeschäft läuft, die SAP jedoch als finanziell unwesentlich einstuft.

Am 23. April 2026 folgt der nächste Realitätscheck mit den Zahlen zum ersten Quartal. Dann muss sich zeigen, ob Saueressigs neue Struktur bereits erste Impulse beim Auftragseingang liefert und die Lücke zwischen operativer Stärke und Aktienkurs schließen kann.

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