Monatelang kannte der Kurs der Telehealth-Plattform nur eine Richtung: steil bergab. Nach massiven Verlusten durch behördliche Warnungen und Klagen kehrt nun erstmals wieder Leben in den Titel zurück. Dahinter steckt ein komplexer Mix aus soliden Jahreszahlen, einer Milliarden-Übernahme und einer potenziell entscheidenden regulatorischen Wende aus Washington.

Kursrutsch und Gegenbewegung

Die jüngste Erholung muss im Kontext eines dramatischen Verfalls gesehen werden. Seit Jahresbeginn hat die Aktie mehr als 50 Prozent an Wert verloren. Auslöser waren gleich drei Hiobsbotschaften innerhalb weniger Wochen: Warnungen der US-Arzneimittelbehörde FDA vor unerlaubten Nachahmer-Präparaten, eine Patentklage des Pharma-Riesen Novo Nordisk und Einschränkungen beim Versand von zusammengesetzten GLP-1-Wirkstoffen.

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Der aktuelle Kurssprung ist daher weniger einem einzelnen Ereignis geschuldet, sondern einer Kumulation positiver Nachrichten, die nun zeitverzögert wirken. Investoren bewerten die Lage nach dem Abverkauf neu.

Milliarden-Deal und starke Zahlen

Fundamental untermauert wird der Optimismus durch den Jahresbericht 2025. Hims & Hers steigerte den Umsatz um 59 Prozent auf 2,35 Milliarden US-Dollar und erzielte einen Nettogewinn von rund 128 Millionen US-Dollar. Trotz dieser Wachstumszahlen enttäuschte der Ausblick auf das erste Quartal 2026 zunächst, da regulatorische Hürden rund 65 Millionen US-Dollar Umsatz kosten könnten.

Um die Abhängigkeit vom US-Markt und einzelnen Produkten zu verringern, kündigte das Unternehmen die Übernahme des australischen Digital-Health-Anbieters Eucalyptus an. Der Deal mit einem Volumen von bis zu 1,15 Milliarden US-Dollar verschafft Hims & Hers Zugang zu Märkten in Großbritannien, Deutschland und Australien. Eucalyptus wächst derzeit dreistellig und steuert auf die Profitabilität zu.

Hoffnung durch regulatorische Wende

Einen besonderen Impuls lieferte eine Ankündigung aus der Politik. HHS-Minister Robert F. Kennedy Jr. stellte in Aussicht, dass zahlreiche Peptide, die zuvor auf der Verbotsliste der FDA standen, wieder für die Herstellung durch lizensierte Apotheken freigegeben werden könnten.

Für Hims & Hers wäre dies ein strategischer Gewinn. Das Unternehmen entwickelt bereits eine auf Peptiden basierende Produktlinie und hat 2025 eine eigene Produktionsstätte dafür erworben. Sollte die FDA die Ankündigung formell umsetzen, könnte dies das Geschäft mit Gewichtsreduktionsmitteln diversifizieren und die Abhängigkeit vom umstrittenen Semaglutid verringern.

Warnsignale bleiben bestehen

Trotz der operativen Fortschritte bleibt die Lage fragil. Die Aktie notiert mit aktuell rund 13,71 Euro weiterhin tief im Bärenmarkt und weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei knapp 58 Euro.

Zudem schweben erhebliche rechtliche Risiken über dem Unternehmen. Neben dem Patentstreit mit Novo Nordisk laufen Untersuchungen der Börsenaufsicht SEC sowie des Justizministeriums bezüglich der Vermarktung nicht zugelassener Medikamente. CEO Andrew Dudum betonte zwar die Widerstandsfähigkeit des Geschäftsmodells auch ohne Abnehm-Präparate, doch der Markt bleibt skeptisch.

Die aktuelle Erholung basiert auf der Wette, dass die internationale Expansion und neue Produktkategorien die regulatorischen Probleme in den USA kompensieren können. Solange die rechtlichen Auseinandersetzungen und die Untersuchungen der US-Behörden nicht abgeschlossen sind, bleibt die Volatilität das bestimmende Merkmal dieser Aktie.

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