Hims & Hers Aktie: Gerichtssaal statt Wachstum
Die Telemedizin-Plattform Hims & Hers steckt in einem Dilemma: Auf der einen Seite die größte Übernahme der Firmengeschichte, auf der anderen Klagen, Behörden-Ermittlungen und ein Kurseinbruch von 70 Prozent binnen Jahresfrist. Was nach Rekordwachstum aussah, ist binnen Wochen zur Vertrauenskrise geworden.
Das GLP-1-Problem: Novo Nordisk schlägt zurück
Der Kern der Misere liegt bei den Abnehmpräparaten. Hims & Hers bot eine nachgebaute Version des Novo Nordisk-Medikaments Wegovy an – bis der dänische Pharmakonzern mit einer Patentklage reagierte und ein dauerhaftes Verkaufsverbot fordert. FDA-Chef Marty Makary kündigte zeitgleich an, gegen Nachahmer-Präparate vorzugehen. Die Behörde verwies Hims & Hers zudem ans Justizministerium wegen möglicher Verstöße.
Die Konsequenz: Der GLP-1-Launch wurde gestoppt, die Umsatzprognose für 2026 um 65 Millionen Dollar gesenkt. Analysten reagierten prompt – Canaccord senkte das Kursziel von 68 auf 30 Dollar, BofA Securities von 21 auf 13 Dollar. Die Aktie notiert aktuell am unteren Ende ihrer 52-Wochen-Spanne.
Wachstum bleibt – aber reicht das?
Die operativen Zahlen wirken auf den ersten Blick solide: 2,35 Milliarden Dollar Umsatz 2025 (+59 Prozent), 2,5 Millionen Abonnenten, 318 Millionen Dollar bereinigtes EBITDA. Doch das vierte Quartal verfehlte die Erwartungen leicht (617,82 Millionen Dollar vs. 619,22 Millionen erwartet), und die Prognose für Q1 2026 liegt mit 600 bis 625 Millionen Dollar unter den Konsensschätzungen von 647,9 Millionen.
Das Management betont: Der Großteil der Erlöse stamme aus margenstarken Bereichen jenseits der Abnehmpräparate – Haarausfall, Hautpflege, sexuelle Gesundheit. Diese Sparten seien stabiler und weniger anfällig für regulatorische Eingriffe.
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Eucalyptus-Deal: Flucht nach vorn
Mitten in der Krise verkündete Hims & Hers die Übernahme der australischen Telemedizin-Plattform Eucalyptus für bis zu 1,15 Milliarden Dollar. 240 Millionen fließen bei Abschluss, der Rest erfolgsabhängig bis Anfang 2029. Eucalyptus erwirtschaftet über 450 Millionen Dollar Jahresumsatz und ist in Australien, Japan, Großbritannien, Deutschland und Kanada aktiv.
Die strategische Botschaft: Hims & Hers will sich als globale Gesundheitsplattform positionieren, nicht als US-zentrierter GLP-1-Anbieter. Die Akquisition soll 2026 mindestens 200 Millionen Dollar zusätzliche Erlöse bringen und die jährliche Run-Rate auf 3,25 bis 4 Milliarden Dollar heben.
Ausblick: Zwei Narrative im Konflikt
Am 2. März 2026 wird das Management auf der Morgan Stanley-Konferenz in San Francisco sprechen – die nächste Gelegenheit, die Strategie zu erläutern. Bis dahin bleibt offen, wie die juristischen Auseinandersetzungen ausgehen und ob die FDA weitere Schritte unternimmt.
Canaccord-Analysten argumentieren, der Kursverfall habe das GLP-1-Risiko bereits eingepreist. Andere Stimmen bleiben skeptisch: Solange Ermittlungen laufen und Klagen offen sind, dürfte die Unsicherheit bestehen bleiben. Der Eucalyptus-Deal zeigt zwar Weitsicht – ob er kurzfristig genug Vertrauen schafft, ist ungewiss.
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