Eigentlich hätte der Telehealth-Spezialist allen Grund zum Feiern: Mit einem Rekordumsatz und soliden Gewinnen schloss Hims & Hers das Jahr 2025 ab. Doch an der Börse herrscht statt Euphorie pure Ernüchterung. Der Aktienkurs hat sich seit Jahresbeginn mehr als halbiert, da Investoren vor einer gefährlichen Mischung aus behördlichen Warnungen, Patentklagen und einer Untersuchung der Börsenaufsicht flüchten.

Zangengriff durch Justiz und Behörden

Der massive Kursverlust ist primär auf eine Eskalation im Geschäft mit GLP-1-Abnehmpräparaten zurückzuführen. Innerhalb von nur zwei Wochen trafen das Unternehmen drei harte Schläge: Zuerst bezeichnete die US-Arzneimittelbehörde FDA die von Hims & Hers angebotene, günstigere Pillen-Variante des Wirkstoffs Semaglutid als illegale Kopie. Das Unternehmen musste das Produkt daraufhin vom Markt nehmen.

Fast zeitgleich reichte der Pharmariese Novo Nordisk Klage wegen Patentverletzung ein. Als dritter Belastungsfaktor kam eine Untersuchung der US-Börsenaufsicht SEC hinzu, die die Offenlegungspraktiken rund um das Gewichtsverlust-Geschäft prüft. Diese Unsicherheiten wiegen für Anleger derzeit schwerer als die operative Performance.

Zahlen stark, Ausblick schwach

Die eigentlich positiven Finanzdaten verpufften angesichts dieser Risiken fast vollständig. Zwar steigerte das Unternehmen den Umsatz im Jahr 2025 um 59 Prozent auf rund 2,35 Milliarden Dollar und erzielte einen Nettogewinn von 128 Millionen Dollar. Der Ausblick auf das erste Quartal verfehlte die Erwartungen jedoch deutlich.

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Das Management rechnet nur noch mit Erlösen zwischen 600 und 625 Millionen Dollar, während Analysten von über 650 Millionen ausgegangen waren. Verantwortlich für diese Lücke sind laut Unternehmensangaben Lieferbeschränkungen bei den umstrittenen Wirkstoffen, die den Umsatz um schätzungsweise 65 Millionen Dollar drücken werden.

Strategische Flucht nach vorn

Um die Abhängigkeit vom riskanten US-Markt für Abnehmprodukte zu verringern, kündigte Hims & Hers eine bedeutende Übernahme an. Für rund 1,15 Milliarden Dollar soll der digitale Gesundheitsanbieter Eucalyptus gekauft werden. Ziel dieser Akquisition ist es, die Präsenz in internationalen Märkten wie Großbritannien, Deutschland und Japan massiv auszubauen und das Geschäftsmodell breiter aufzustellen.

Analysten senken die Daumen

Die Reaktion der Wall Street fiel eindeutig aus. Reihenweise strichen Analysten ihre Kursziele zusammen. Morgan Stanley halbierte das Ziel beinahe auf 21 Dollar, während die Bank of America noch pessimistischer ist und den fairen Wert nur noch bei 12,50 Dollar sieht. Die Experten vergleichen die rechtlichen Risiken teilweise bereits mit den langwierigen Opioid-Prozessen der Pharmabranche und warnen vor sinkenden Margen durch die internationale Expansion.

Mit einem Verlust von knapp 57 Prozent seit Jahresanfang notiert das Papier aktuell bei 12,28 Euro und damit exakt auf dem 52-Wochen-Tief. Der Erfolg der internationalen Diversifizierung durch die Eucalyptus-Übernahme wird in den kommenden Quartalen darüber entscheiden, ob das Unternehmen das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen kann.

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