Hims & Hers Health steht vor einer der größten Bewährungsproben seiner Unternehmensgeschichte. Während das Telemedizin-Unternehmen 2025 ein Umsatzwachstum von 59 Prozent verzeichnete, sorgen gleich drei regulatorische Schläge für einen dramatischen Kurseinbruch: Eine FDA-Warnung, eine Patentklage von Novo Nordisk und eine SEC-Untersuchung treffen das Geschäftsmodell im Kern.

GLP-1-Geschäft unter Beschuss

Der Auslöser der aktuellen Krise liegt in der Produkteinführung einer 49-Dollar-Semaglutid-Pille Anfang Februar 2026 – einem direkten Konkurrenzprodukt zu Novo Nordisks Wegovy. Die FDA stufte das Präparat umgehend als illegale Kopie ein und zwang Hims & Hers zum Rückzug. Nur wenige Tage später folgte die Patentklage des dänischen Pharmakonzerns, der eine dauerhafte Unterlassungsverfügung bis zum Ablauf seiner Patente im Dezember 2031 fordert.

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Das eigentliche Problem liegt tiefer: Die FDA erklärte die Semaglutid-Knappheit im Februar 2025 offiziell für beendet. Damit entfällt die rechtliche Grundlage für Compounding-Apotheken, GLP-1-Wirkstoffe in großem Maßstab herzustellen. Hims & Hers hatte genau diese Lücke genutzt, um sein Geschäft mit Abnehm-Medikamenten zu skalieren. Nun ermittelt zusätzlich die SEC-Enforcement-Abteilung wegen möglicher Verstöße im Zusammenhang mit öffentlichen Äußerungen zu den compoundierten Semaglutid-Produkten.

Starke Zahlen, schwache Perspektive

Trotz der rechtlichen Turbulenzen lieferte das Unternehmen für 2025 Rekordergebnisse: Der Umsatz stieg auf 2,35 Milliarden Dollar, der Nettogewinn auf 128 Millionen Dollar. Im vierten Quartal übertraf der Gewinn je Aktie mit 0,08 Dollar die Analystenschätzung um fast 93 Prozent.

Doch die Prognose für das erste Quartal 2026 enttäuschte. Hims & Hers erwartet Erlöse zwischen 600 und 625 Millionen Dollar – deutlich unter dem Konsens von 648 Millionen. Das Unternehmen beziffert den Gegenwind durch die Versandbeschränkungen für compoundiertes Semaglutid auf rund 65 Millionen Dollar allein im ersten Quartal.

Internationale Expansion als Ausweg

Mitten in der regulatorischen Krise kündigte Hims & Hers die Übernahme des australischen Telemedizin-Anbieters Eucalyptus für bis zu 1,15 Milliarden Dollar an. Mit der Akquisition expandiert das Unternehmen nach Australien, Kanada, Deutschland und Großbritannien. Eucalyptus erwirtschaftet aktuell einen jährlichen Umsatz von über 450 Millionen Dollar und wuchs 2025 in jedem Quartal dreistellig.

Die Transaktion folgt auf frühere Übernahmen der britischen Plattform Zava und des kanadischen Anbieters Livewell. Der Deal soll Mitte 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen.

Analysten reagieren verhalten

Die Wall Street hat ihre Einschätzungen mehrheitlich nach unten korrigiert. Citigroup senkte das Kursziel von 16,50 auf 13,25 Dollar bei einem Verkaufs-Rating. Leerink Partners stufte die Aktie von "Strong Buy" auf "Hold" herunter. Canaccord reduzierte das Kursziel drastisch von 68 auf 30 Dollar, hält aber an der Kaufempfehlung fest. Die Analysten argumentieren, dass der Ausverkauf den Großteil des rechtlichen Risikos bereits einpreise.

Am Freitag steht die Aktie bei 13,10 Euro – ein neues 52-Wochen-Tief und ein Minus von 54 Prozent seit Jahresbeginn. Innerhalb eines Jahres hat der Titel rund zwei Drittel seines Wertes verloren.

Am 2. März 2026 wird das Management auf der Morgan Stanley Technology Conference in San Francisco erwartet. Dort dürfte sich zeigen, wie das Unternehmen den Spagat zwischen US-Regulierung und internationaler Expansion meistern will.

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