Hensoldt Aktie: Auftragsrekord belastet
Hensoldt meldet einen Auftragseingang von 4,7 Milliarden Euro – ein Plus von 62 Prozent. Doch die Aktie verlor daraufhin über zehn Prozent. Der Grund: Das Unternehmen kann die Bestellflut nicht schnell genug abarbeiten. Die Prognose für 2026 enttäuschte die Erwartungen, weil die Produktionskapazitäten mit der Nachfrage nicht mithalten.
Historischer Auftragseingang trifft auf Produktionsgrenzen
Der Rüstungskonzern verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 Großaufträge für Luftverteidigungsradare, das Eurofighter-Programm und die P8-Poseidon. Der Auftragsbestand schwoll um ein Drittel auf 8,8 Milliarden Euro an.
Der Umsatz kletterte um 9,6 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA erreichte 452 Millionen Euro bei einer Marge von 18,4 Prozent. Im Schlussquartal blieb allerdings vor allem das Segment Sensors hinter den Erwartungen zurück – der Umsatz verfehlte die Prognosen um vier Prozent.
Sensors wächst langsam, Optronics beschleunigt
Das Segment Sensors verbuchte Aufträge über 3,1 Milliarden Euro, der Umsatz stieg um acht Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Der Hochlauf der Radarproduktion verlief in der ersten Jahreshälfte zögerlich.
Im kleineren Segment Optronics verdoppelte sich der Auftragseingang auf 1,6 Milliarden Euro, getrieben durch Bestellungen für die Plattformen Luchs 2 und Leopard 2. Der Umsatz legte um 20 Prozent auf 419 Millionen Euro zu, das bereinigte EBITDA kletterte dank Skaleneffekten um über 140 Prozent auf 58 Millionen Euro.
Ausblick verfehlt Konsens
Für 2026 plant Hensoldt mit einem Umsatz von rund 2,75 Milliarden Euro und einer bereinigten EBITDA-Marge von 18,5 bis 19 Prozent. Der Mittelpunkt dieser Guidance liegt zwei Prozent unter den Analystenschätzungen.
Das Unternehmen hält an seiner Book-to-Bill-Prognose von 1,5x bis 2,0x fest, räumt aber ein, dass die Produktion dem Bestellansturm hinterherhinkt. Der bereinigte Free Cashflow erreichte 347 Millionen Euro und übertraf die eigene Prognose – gestützt durch Anzahlungen und operative Verbesserungen.
1.600 neue Mitarbeiter gegen Engpässe
Um die Auftragslast zu bewältigen, will Hensoldt 2026 rund 1.600 Stellen schaffen. Bei einer Belegschaft von etwa 9.000 Beschäftigten entspricht das einem Personalzuwachs von knapp 18 Prozent. Gleichzeitig verlängerte der Aufsichtsrat den CEO-Vertrag von Oliver Dörre um fünf Jahre bis Ende 2031. Dörre verantwortet die Konzernstrategie „North Star", die auf Kapazitätsausbau, Softwaregeschäft und Internationalisierung setzt.
Der Vorstand schlägt eine Dividende von 0,55 Euro je Aktie vor – zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Viele Marktteilnehmer hatten jedoch mit einer stärkeren Erhöhung gerechnet.
Analysten gespalten
Jefferies beließ das Rating bei „Hold" mit Kursziel 90 Euro und verwies auf die Prognose, die beim EBITDA und Free Cashflow unter dem Konsens liege. JPMorgan bestätigte ebenfalls „Neutral" mit Ziel 90 Euro: Der Free Cashflow habe positiv überrascht, doch der Ausblick bleibe verhalten. Warburg Research hält dagegen an der Kaufempfehlung fest und setzt das Kursziel bei 91 Euro an – der hohe Auftragseingang signalisiere intakte Wachstumsdynamik.
Mitte Februar ging Hensoldt zudem eine strategische Partnerschaft mit Schwarz Digits ein, um cloudbasierte Verteidigungslösungen für Deutschland und verbündete Nationen zu entwickeln.
Am 26. März folgt der geprüfte Konzernabschluss, am 6. Mai die Zahlen für das erste Quartal 2026. Diese Termine werden zeigen, ob das Unternehmen seine operativen Engpässe überwindet und den prall gefüllten Auftragsbestand in stärkeres Umsatzwachstum umsetzt.
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