Adobe liefert operativ weiter ab – und trotzdem traut der Markt der Story nicht mehr über den Weg. Der Kurs spiegelt weniger die aktuellen Zahlen als die Angst, dass generative KI das Kerngeschäft schneller angreift, als neue Erlösquellen nachwachsen. Am 12. März könnte sich entscheiden, ob diese Skepsis gerechtfertigt ist.

Starke Zahlen, schwache Bewertung

Die jüngsten Fundamentaldaten wirken auf den ersten Blick solide: Im Geschäftsjahr 2025 meldete Adobe Rekordumsätze von 23,77 Mrd. US-Dollar, ein Non-GAAP-Ergebnis je Aktie von 20,94 US-Dollar und einen operativen Cashflow von mehr als 10 Mrd. US-Dollar. Auch das Abo-Geschäft wuchs weiter. Die gesamten wiederkehrenden Umsätze (ARR) legten um 11,5% auf 25,2 Mrd. US-Dollar zu. Digital Media kam auf 17,65 Mrd. US-Dollar (+11%), Digital Experience auf 5,86 Mrd. US-Dollar (+9%).

An der Börse kam davon zuletzt wenig an. Die Aktie hat in den vergangenen 12 Monaten laut den vorliegenden Kursdaten 47,18% verloren und liegt damit weit unter früheren Niveaus. Diese Lücke zwischen operativer Leistung und Kursverlauf erklärt sich im Quelltext vor allem durch zwei Punkte: steigende Wettbewerbsintensität im KI-Zeitalter und Zweifel, wie nachhaltig das Wachstum in den klassischen Produktlinien bleibt.

12. März: Warum dieser Termin so wichtig ist

Am 12. März 2026 legt Adobe nach US-Börsenschluss Zahlen vor – und der Termin gilt als erster harter Prüfstein für das neue Geschäftsjahr. Für das erste Quartal des Fiskaljahres 2026 stellt das Management Erlöse von 6,25 bis 6,3 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Beim Non-GAAP-Gewinn je Aktie peilt Adobe 5,85 bis 5,90 US-Dollar an.

Interessant ist dabei weniger die Spanne selbst als die Erwartungshaltung: Der Markt kalkuliert laut Quelltext bereits eine kräftige Kursreaktion um rund +/- 9%. Genau hier liegt der Hebel: Wenn Adobe beim Ausblick zeigt, dass KI nicht nur genutzt, sondern spürbar monetarisiert wird, könnte das Vertrauen zurückkehren. Wenn nicht, dürften die Bewertungszweifel zementiert werden.

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KI-Konkurrenz trifft Photoshop – und Adobe kontert

Der Kern der aktuellen Diskussion ist simpel: Hält der Burggraben rund um Creative-Software, wenn immer mehr KI-Tools kreative Arbeit „demokratisieren“? Konkurrenz kommt nicht nur von großen Plattformen wie Microsoft, OpenAI, Alphabet oder Salesforce, sondern auch von spezialisierten Anbietern wie Midjourney und Canva. Als konkretes Beispiel nennt der Quelltext Googles neue, fortgeschrittene Bildbearbeitungsfunktionen in der Gemini-App – direkt dort, wo traditionell Photoshop stark ist.

Auch Analysten verweisen auf genau diese Unsicherheit. Goldman Sachs stuft Adobe mit „Sell“ ein und nennt 290 US-Dollar als Kursziel. HSBC senkte das Ziel auf 302 US-Dollar (von 388), Piper Sandler stufte auf „Neutral“ ab und setzte 330 US-Dollar an. Der gemeinsame Nenner: Zweifel, ob Adobe KI schnell genug in Umsatz übersetzen kann, um mögliche Störungen im bisherigen Geschäft zu kompensieren.

Adobe versucht, die Debatte mit einer eigenen „Gegenoffensive“ zu drehen. Zentral ist die generative KI-Plattform Firefly. Laut Unternehmen nutzen bereits über 35% der Photoshop-Abonnenten aktiv generative KI-Funktionen. Zudem verweist Adobe auf Rückenwind im Segment Business Professionals und Consumers: Dort wuchsen die Abo-Umsätze um 15%, getrieben durch Acrobat Studio und die Ausweitung von Express. In Q4 sollen fast 50% der kommerziellen Acrobat-Verlängerungen auf das neue Studio-Angebot upgegradet haben.

Ein weiterer Hebel sind „generative Credits“, also nutzungsbasierte KI-Kontingente in der Creative Cloud. Die Nutzung stieg laut Quelltext im Quartalsvergleich auf das Dreifache. Das kann zwei Dinge bewirken: mehr Upgrades in höherpreisige Pläne und zusätzliche Käufe von Credit-Paketen.

Auf der Nutzungsseite meldet Adobe ebenfalls Rückenwind: Die monatlich aktiven Nutzer der Creative-Freemium-Angebote stiegen um mehr als 35% auf über 70 Millionen. Acrobat Web legte 2025 bei den monatlich aktiven Nutzern um 30% zu. Im Bildungsmarkt wuchs die Zahl der Studenten mit Zugang zu Express Premium um mehr als 70%.

Zum Kursbild passt, dass die Aktie zuletzt zwar eine Erholung zeigte, aber insgesamt weiter klar unter mittelfristigen Durchschnittsniveaus notiert. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 222,05 €.

Im Ausblick für 2026 setzt das Management auf Wachstum: Der Umsatz soll 25,9 bis 26,1 Mrd. US-Dollar erreichen, die ARR um 10,2% zulegen. Außerdem peilt Adobe rund 45% Non-GAAP-Operating-Marge an – trotz weiterer Investitionen in KI-Produkte und Marktausbau. Am 12. März wird sich daher konkret an zwei Punkten entscheiden, wie die Story weiterläuft: ob die Firefly- und Credit-Nutzung messbar auf Umsatz und Mix einzahlt, und ob der Jahresausblick stabil genug wirkt, um die KI- und Wettbewerbsrisiken glaubhaft einzuhegen.

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