Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und der kräftige Anstieg des Ölpreises zwingen Investoren zum Umdenken. Goldman Sachs hat seine Portfolioallokation bereits angepasst — und warnt gleichzeitig, dass viele Anleger noch immer zu wenig auf das Stagflationsrisiko vorbereitet sind.

Stagflation als unterschätztes Risiko

Der Kern der Warnung ist klar: Multi-Asset-Portfolios bleiben kurzfristig anfällig für einen stagflationären Schock. Steigende Ölpreise treiben die Inflation, während das Wachstum unter Druck gerät. Der Brent-Rohölpreis kletterte zuletzt auf rund 108 Dollar pro Barrel — ein Niveau, das besonders ölabhängige Volkswirtschaften wie Japan, Südkorea und Taiwan zu spüren bekommen.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Goldman Sachs?

Erschwerend kommt hinzu, dass die Diversifikation in Portfolios kaum noch funktioniert. Die Korrelation zwischen verschiedenen Anlageklassen ist seit Ausbruch des Energieschocks spürbar gestiegen. Traditionelle Sicherheitsanker wie zinssensitive Assets haben seit Beginn der Nahost-Eskalation an Wert verloren — klassische Schutzstrategien greifen derzeit also nicht wie gewohnt.

So stellt Goldman seine Allokation um

Die Bank hat ihre eigene taktische Ausrichtung bereits nach der Eskalation des Konflikts verschoben. Cash wird übergewichtet, während Aktien, Anleihen und Rohstoffe neutral gewichtet werden. Kreditpositionen sind auf Untergewichten gestellt — und zwar für einen Zeitraum von drei Monaten.

Konkret empfiehlt Goldman US-inflationsgeschützte Anleihen (TIPS) sowie Infrastrukturaktien als Portfoliobeimischung. Neu hinzugekommen ist eine positive Einschätzung für Gold, nachdem der Preis zuletzt zurückgekommen war. Bei Unternehmensanleihen werden die Spreadprognosen zum Jahresende nach oben revidiert, mit einer Präferenz für den US-Markt gegenüber dem europäischen — sowohl im Investment-Grade- als auch im High-Yield-Bereich.

Versorger, Infrastrukturwerte und Aktien mit stabilen Dividenden zeigten zuletzt erste Stabilisierungstendenzen — genau jene Segmente, auf die Goldman nun setzt.

Hedgefonds auf dem Rückzug

Parallel zur strategischen Neuausrichtung sieht sich Goldman mit einem bemerkenswerten Trend auf dem Handelsparkett konfrontiert: Hedgefonds haben ihre globalen Aktienbestände in sechs aufeinanderfolgenden Wochen bis zum 26. März reduziert. Der Abbau wurde vor allem durch Leerverkäufe getrieben, ergänzt durch den Abbau von Long-Positionen.

Alle größeren Regionen waren betroffen — sowohl Makro-Produkte als auch Einzeltitel wurden netto verkauft. In Europa erreichte das Short-Exposure bei Makro-Produkten mit elf Prozent ein Zehn-Jahres-Hoch. In den USA nähert sich das Ausmaß des Netto-Verkaufs bereits den Niveaus, die während des Covid-Ausverkaufs zu beobachten waren — wenngleich die Verkaufswellen des sogenannten „Liberation Day" im vergangenen Jahr noch nicht ganz erreicht sind.

Ob das ein Zeichen einsetzender Kapitulation ist, lässt sich noch nicht abschließend sagen. Erste Signale in diese Richtung seien jedoch erkennbar, so die Goldman-Analysten. Für den weiteren Wochenverlauf dürften US-Einzelhandelsdaten und Arbeitsmarktdaten neue Impulse liefern.

Goldman Sachs-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Goldman Sachs-Analyse vom 30. März liefert die Antwort:

Die neusten Goldman Sachs-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Goldman Sachs-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 30. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Goldman Sachs: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...