Der Rohstoffriese sieht sich in seinem wichtigsten Wachstumssegment mit massivem Gegenwind konfrontiert. Ausgerechnet in der strategisch bedeutsamen Kupferraffinerie im australischen Townsville eskaliert ein Tarifkonflikt, der die Produktionsziele empfindlich stört. Während das Management parallel einen weitreichenden Portfolioumbau orchestriert, wächst der operative Druck auf das Kerngeschäft zusehends.

An der Börse zeigen sich Investoren bislang erstaunlich unbeeindruckt von den operativen Störfeuern. Mit einem aktuellen Kurs von 6,09 Euro verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein beachtliches Plus von rund 28 Prozent. Diese Stabilität auf dem Kurszettel täuscht ein wenig über die komplexen Herausforderungen hinweg, die sich derzeit in Australien abspielen.

In der Raffinerie in Townsville legten Beschäftigte kürzlich die Arbeit nieder. Vorausgegangen war ein fast einjähriger, erfolgloser Verhandlungsmarathon mit der Gewerkschaft AWU. Die Arbeitnehmervertreter kritisieren eine deutliche Lohnlücke im Vergleich zu benachbarten Standorten. Glencore verweist im Gegenzug auf ein wettbewerbsfähiges Angebot und betont, dass die Anlage weiterhin rote Zahlen schreibt.

Besonders pikant ist dabei die Rolle des Staates. Die australische Regierung hatte erst im Vorjahr ein dreijähriges Rettungspaket über 600 Millionen Australische Dollar für die lokalen Kupferschmelzen geschnürt, um kritische Lieferketten zu sichern. Trotz dieser Subventionen leidet der Standort unter sinkenden Raffineriegebühren und einem knappen Angebot an Kupferkonzentrat. Die Gewerkschaft droht nun mit weiteren Streiks, was die ohnehin angespannte Lage verschärft.

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Kupfer-Ziele wackeln bedenklich

Der Arbeitskampf trifft den Konzern an einer empfindlichen Stelle. Glencore plant eigentlich, die jährliche Kupferproduktion bis 2035 auf rund 1,6 Millionen Tonnen hochzufahren. Die Realität sieht aktuell anders aus. Nach Rückschlägen in der chilenischen Collahuasi-Mine musste die Prognose für 2026 bereits spürbar auf maximal 870.000 Tonnen gekappt werden. Damit steuert die eigene Kupferförderung auf das vierte Verlustjahr in Folge zu und liegt mittlerweile rund 40 Prozent unter dem Niveau von 2018. Als Gegenmaßnahme läuft eine operative Überprüfung, die den Abbau von etwa 1.000 Stellen vorsieht.

Kazzinc-Verkauf und Fusionsfantasien

Um sich auf Kernbereiche zu fokussieren, treibt das Management den Verkauf lukrativer Randbereiche voran. Im Zentrum steht die Veräußerung der Beteiligung am kasachischen Zink- und Goldproduzenten Kazzinc. Der Deal mit einem lokalen Unternehmer könnte bis zu 4,5 Milliarden US-Dollar in die Kassen spülen. Ein strategischer Kniff: Glencore erwägt, die Finanzierung des Kaufs zu unterstützen und sich im Gegenzug wertvolle Vermarktungsrechte für das geförderte Material zu sichern.

Abseits des operativen Tagesgeschäfts stützen zwei weitere Faktoren den Kurs. Zum einen befeuern gestiegene Kohlepreise Spekulationen über eine mögliche Megafusion mit Rio Tinto. Da erste Gespräche im Februar endeten, lassen britische Übernahmeregeln eine Neuauflage frühestens nach sechs Monaten zu. Zum anderen profitiert der Konzern von einer Preisrallye beim Kobalt. Exportbeschränkungen im Kongo haben den Preis für das Batteriemetall seit Februar 2025 um 160 Prozent in die Höhe getrieben.

Spätestens auf der Hauptversammlung am 28. Mai 2026 muss das Management konkrete Antworten liefern. Die Aktionäre erwarten einen detaillierten Fahrplan, wie Glencore den Spagat zwischen eskalierenden Tarifkonflikten in Australien und dem ambitionierten Ziel von über einer Million Tonnen Kupfer jährlich bis 2028 bewältigen will.

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