Gleich drei strategische Entwicklungen beschäftigen Glencore derzeit — und keine davon ist ohne Sprengkraft. Ein Streik in Australien stört die Kupferstrategie, ein Milliardendeal treibt den Portfolioumbau voran, und eine gescheiterte Megafusion mit Rio Tinto könnte schon bald neu aufgerollt werden.

Streik belastet bereits schwächelnde Kupferproduktion

In der Kupferraffinerie Townsville legten Beschäftigte am 13. März für vier Stunden die Arbeit nieder — ein Last-Minute-Gespräch zwischen Management und der Australian Workers' Union (AWU) war ergebnislos geblieben. Der Konflikt schwelt seit fast einem Jahr. Die AWU wirft Glencore vor, seine Belegschaft in Townsville rund 15 Prozent unter dem regionalen Branchenniveau zu entlohnen. Das Unternehmen verweist auf eine Gehaltserhöhung von 15 Prozent über vier Jahre, die Gewerkschaft rechnet das auf eine reale Erhöhung von rund drei Prozent herunter — und das trotz eines staatlichen Rettungspakets von 600 Millionen australischen Dollar für die Raffinerie.

Der Zeitpunkt ist ungünstig. Die Kupferproduktion fiel 2025 bereits um rund 100.000 Tonnen auf 851.600 Tonnen, bedingt durch niedrigere Erzgehalte und Rückgänge bei den Minen Collahuasi, Antamina und Antapaccay. Die Produktionsprognose für 2026 musste daraufhin von 930.000 auf 810.000 bis 870.000 Tonnen gesenkt werden — ein merklicher Rückschritt auf dem Weg zum erklärten Ziel von über einer Million Tonnen jährlich bis Ende 2028.

Kazzinc-Verkauf und Stellenabbau als Portfoliosignal

Parallel verhandelt Glencore den Verkauf seiner 70-prozentigen Beteiligung an Kazzinc Ltd. für geschätzte 4 bis 4,5 Milliarden US-Dollar. Der Deal ist Teil eines tiefgreifenden Portfolioumbaus, den das Management konsequent vorantreibt. Ergänzt wird dieser Kurs durch den Abbau von rund 1.000 Stellen und identifizierte Einsparungen von einer Milliarde US-Dollar, die bis Ende 2026 realisiert werden sollen.

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Die Jahreszahlen 2025 spiegeln das Bild eines Konzerns im Übergang: Das bereinigte EBITDA sank um sechs Prozent auf 13,5 Milliarden US-Dollar. Das zweite Halbjahr legte dabei 49 Prozent gegenüber dem ersten zu — ein Momentum, das das Management als Beleg für die operative Stärke des Geschäftsmodells wertet. An die Aktionäre fließen 17 Cent je Aktie, zahlbar in zwei Tranchen im Juni und September.

Rio Tinto: Abkühlphase bis August

Die geplante Megafusion mit Rio Tinto ist gescheitert — und zwar schnell. Die jahrelangen Gespräche brachen innerhalb von weniger als 24 Stunden zusammen, nachdem Rio Tinto erklärte, keine Fusion oder andere Geschäftskombination mehr anzustreben. Ausschlaggebend war Glencores Beharren darauf, dass seine Aktionäre rund 40 Prozent des kombinierten Unternehmens halten sollten. Das kombinierte Unternehmen hätte einen Marktwert von rund 232 Milliarden US-Dollar erreicht.

Es wäre der dritte gescheiterte Versuch gewesen — nach Gesprächen 2008 und 2014. Das UK Takeover Panel schreibt nach einem Scheitern eine sechsmonatige Abkühlphase vor. Neue Verhandlungen wären damit frühestens ab August 2026 wieder möglich — ein Datum, das Marktbeobachter bereits im Blick haben.

Die Aktie hat diese Gemengelage bisher gut verdaut: Seit Jahresbeginn legte sie rund 29 Prozent zu und notiert mit 6,09 Euro nur knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Auf der Hauptversammlung am 28. Mai 2026 wird das Management erstmals öffentlich darlegen müssen, wie es die Produktionslücke schließen und den Wachstumspfad in Richtung 1,6 Millionen Tonnen Kupfer bis 2035 glaubwürdig halten will.

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