Innerhalb von 24 Stunden hat Thyssenkrupp Nucera die gesamte Palette an Neuigkeiten abgeliefert: erst eine Gewinnwarnung, dann ein neuer Großauftrag. Das klingt widersprüchlich — ist es aber nur auf den ersten Blick.

Zunächst die schlechten Nachrichten

Dienstagabend überraschte der Elektrolysespezialist mit einer deutlichen Korrektur seiner Jahresziele. Der Umsatz für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 soll nun nur noch 450 bis 550 Millionen Euro erreichen — statt der bislang angepeilten 500 bis 600 Millionen Euro. Noch schmerzhafter trifft das Ergebnis: Beim Ebit rechnet das Management jetzt mit einem Verlust zwischen 30 und 80 Millionen Euro. Zuvor hatte die Spanne noch bei null bis minus 30 Millionen Euro gelegen.

Die Ursachen sind konkret. Zum einen müssen bereits ausgelieferte Elektrolyseurmodule vor der Inbetriebnahme nachgebessert werden — das kostet Zeit und Geld. Zum anderen baut ein US-amerikanischer Kunde seine Anlage schlicht nicht fertig, weil die Renditeerwartungen nicht mehr stimmen. Insgesamt schlagen diese Belastungen mit einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag zu Buche, der im zweiten Geschäftsquartal verbucht wird. Der Markt quittierte die Meldung mit einem nachbörslichen Kursverlust von mehr als acht Prozent.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Thyssenkrupp?

Dann der Lichtblick aus Andalusien

Nur wenige Stunden später folgte die Gegenbewegung: Das spanische Energieunternehmen Moeve hat Thyssenkrupp Nucera mit der Planung, Beschaffung, Fertigung und Lieferung von Elektrolyseuren für eine 300-Megawatt-Wasserstoffanlage in Andalusien beauftragt. Das Auftragsvolumen liegt im niedrigen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Die finale Investitionsentscheidung hatte Moeve bereits Anfang März getroffen — der formelle Auftrag folgte nun nach. Wirklich spürbar im Zahlenwerk wird das Projekt aber erst später: Für 2025/26 erwartet Nucera nur geringe Umsatzeffekte, der Großteil der Erlöse soll im Geschäftsjahr 2026/27 anfallen.

Durch den Auftrag hebt Nucera seine Prognose für den Auftragseingang an: Die Bandbreite verschiebt sich von 350 bis 900 Millionen Euro auf 550 bis 850 Millionen Euro. Das untere Ende steigt, das obere sinkt — die Spanne wird also enger und realistischer.

Zwiespältige Lage

Die Kombination aus Zielkorrektur und Neuauftrag zeichnet das Bild eines Unternehmens, das operativ noch mit den Anlaufschwierigkeiten seiner ersten Großprojekte kämpft, strategisch aber Aufträge gewinnen kann. Der Moeve-Auftrag allein löst die kurzfristigen Belastungen nicht — er zeigt aber, dass die Nachfrage nach grünem Wasserstoff trotz schwieriger Marktlage vorhanden ist. Für Anleger bleibt das Bild vorerst uneinheitlich.

Thyssenkrupp-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Thyssenkrupp-Analyse vom 18. März liefert die Antwort:

Die neusten Thyssenkrupp-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Thyssenkrupp-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Thyssenkrupp: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...