Der Rohstoffriese Glencore kämpft mit sinkenden Gewinnen, konnte die Markterwartungen aber dennoch schlagen. Nach dem spektakulären Scheitern der Fusionsgespräche mit Rio Tinto richtet CEO Gary Nagle den Fokus nun radikal neu aus. Anleger müssen sich entscheiden: Ist die aktuelle Bewertung angesichts sinkender Margen gerechtfertigt oder greift die neue Kupfer-Strategie?

Starke Aufholjagd im zweiten Halbjahr

Auf den ersten Blick wirken die Zahlen ernüchternd: Das bereinigte EBITDA fiel 2025 um 6 Prozent auf 13,51 Milliarden US-Dollar. Damit verzeichnet der Konzern den dritten Gewinnrückgang in Folge. Verantwortlich hierfür waren vor allem die gesunkenen Preise für Energie- und Kokskohle. Doch der Teufel steckt im Detail.

Das Ergebnis lag über den Konsensschätzungen der Analysten (13,3 Milliarden US-Dollar). Besonders die zweite Jahreshälfte sorgte für Erleichterung. Das operative Ergebnis sprang im Vergleich zum ersten Halbjahr um 49 Prozent an. Getrieben wurde diese Erholung durch eine Rallye bei den Metallpreisen – insbesondere Kupfer legte massiv zu – sowie verbesserte Produktionsvolumina. Diese operative Dynamik spiegelt sich auch im Aktienkurs wider: Das Papier notiert aktuell bei 5,80 Euro und damit nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 5,98 Euro.

Dividende und Schulden im Fokus

Trotz des Gewinnrückgangs hält Glencore an signifikanten Ausschüttungen fest, wenngleich diese geringer ausfallen als im Vorjahr. Insgesamt fließen 2 Milliarden US-Dollar an die Aktionäre. Dies entspricht etwa 17 US-Cent pro Aktie und setzt sich aus einer Basisdividende sowie einer Sonderausschüttung aus dem Bunge-Beteiligungswert zusammen.

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Ein Wermutstropfen bleibt die Bilanz: Die Nettoverschuldung verharrt bei 11,2 Milliarden US-Dollar und liegt damit weiterhin über dem selbstgesteckten Zielwert von rund 10 Milliarden US-Dollar. Dies schränkt den Spielraum für weitere aggressive Zukäufe kurzfristig ein.

Alles auf die Karte Kupfer

Nachdem die 240-Milliarden-Dollar-Fusion mit Rio Tinto Anfang Februar an Bewertungsfragen gescheitert ist, setzt CEO Nagle nun auf organisches Wachstum und gezielte Projektentwicklungen. Kupfer steht dabei im Zentrum der Zukunftsstrategie. Bis 2028 soll die Produktion die Marke von einer Million Tonnen pro Jahr knacken, bis 2035 sind sogar 1,6 Millionen Tonnen angepeilt.

Unterstützt wird dieser Plan durch strategische Schritte wie den Teilverkauf von Minenanteilen in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) an ein US-Konsortium, was den Unternehmenswert in dieser Region auf 9 Milliarden US-Dollar beziffert. Gleichzeitig bleibt das umstrittene Kohlegeschäft der wichtigste Cashflow-Lieferant, um diesen Umbau zu finanzieren.

Anleger sollten nun genau beobachten, ob Glencore das Sparziel von einer Milliarde US-Dollar bis Ende 2026 erreicht und die Kupferproduktion wie geplant hochfahren kann. Gelingt dies, könnte der aktuelle Aufwärtstrend – mit einem Plus von über 22 Prozent seit Jahresanfang – weiter an Substanz gewinnen.

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