Der Rohstoffriese Glencore hat am Mittwoch Zahlen vorgelegt, die trotz rückläufiger operativer Gewinne für Aufatmen sorgen. Während das Kohlegeschäft bremste, sorgte eine starke Performance im Metallhandel dafür, dass die Analystenschätzungen geschlagen wurden. Anleger dürfen sich zudem über eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen und eine solide Ausschüttung freuen.

Die wichtigsten Fakten:

  • Gewinnüberraschung: Bereinigtes EBITDA liegt mit 13,51 Milliarden US-Dollar über den Erwartungen.
  • Turnaround: Nettogewinn von 363 Millionen US-Dollar nach Milliardenverlust im Vorjahr.
  • Dividende: Ausschüttung von insgesamt 2 Milliarden US-Dollar angekündigt.
  • Kurstreiber: Starke zweite Jahreshälfte dank steigender Kupferpreise.

Starke Aufholjagd im zweiten Halbjahr

Obwohl das operative Ergebnis (EBITDA) im Jahresvergleich um 6 Prozent sank, bewerten Marktbeobachter die Zahlen positiv. Der Grund liegt in der Dynamik: Glencore legte eine beeindruckende zweite Jahreshälfte hin. Das bereinigte EBITDA lag in den letzten sechs Monaten rund 49 Prozent über dem Niveau des ersten Halbjahres.

Verantwortlich für diesen Schub war vor allem das Industriegeschäft, das sich im Halbjahresvergleich um 65 Prozent verbesserte. Treiber dieser Entwicklung waren deutlich gestiegene Metallpreise – insbesondere Kupfer legte im Jahresverlauf um über 40 Prozent zu – sowie höhere Produktionsvolumina. Dies spiegelt sich auch im Aktienkurs wider, der seit Jahresanfang bereits um über 21 Prozent zulegen konnte und aktuell bei 5,70 Euro notiert.

Kupfer und Handel gleichen Kohle-Schwäche aus

Die Bilanz offenbart eine klare Zweiteilung im Geschäftsmodell. Während niedrige Preise für Energie- und Kokskohle das Ergebnis mit einem negativen Effekt von 2,4 Milliarden US-Dollar belasteten, fungierte die Metallsparte als Retter.

Das Handelsgeschäft (Marketing) lieferte ein bereinigtes EBIT von 2,9 Milliarden US-Dollar und verzeichnete im Metallbereich eine Rekordperformance. Glencore nutzte hierbei geschickt Handelsungleichgewichte und Arbitragemöglichkeiten, die durch die volatilen Märkte entstanden waren. Allein das Metallsegment steuerte einen positiven Ergebnisbeitrag von 1,9 Milliarden US-Dollar bei und kompensierte so die Schwäche im fossilen Bereich weitgehend.

Milliardenregen für Aktionäre

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Trotz des herausfordernden Umfelds hält Glencore an seiner aktionärsfreundlichen Politik fest. Das Unternehmen plant eine Gesamtausschüttung von 17 US-Cent pro Aktie. Diese setzt sich aus einer Basisdividende von 10 US-Cent und einer Zusatzausschüttung von 7 US-Cent zusammen.

Ermöglicht wird der Bonus durch die Wertsteigerung der Beteiligung am Agrarhändler Bunge, die seit Abschluss der Viterra-Transaktion im Juli 2025 um 1,4 Milliarden auf nun 4,0 Milliarden US-Dollar geklettert ist. Die Auszahlung der insgesamt 2 Milliarden US-Dollar soll in zwei Tranchen im Juni und September erfolgen.

Strategische Weichenstellungen

Abseits der Zahlen treibt CEO Gary Nagle die Neuausrichtung des Konzerns voran. Zwar scheiterten Anfang Februar Gespräche über eine Mega-Fusion mit Rio Tinto an unterschiedlichen Preisvorstellungen, doch Glencore bleibt aktiv.

Das Unternehmen sicherte sich durch ein Abkommen mit der staatlichen Bergbaufirma Gecamines im Kongo den langfristigen Zugriff auf die wichtige Kamoto-Kupfermine. Zudem beteiligt sich der Konzern am US-Programm „Project Vault“ zur strategischen Bevorratung kritischer Mineralien, was die geopolitische Relevanz des Unternehmens unterstreicht.

Fazit und Ausblick

Glencore beweist mit diesen Zahlen Widerstandsfähigkeit in einem volatilen Rohstoffmarkt. Die stabile Nettoverschuldung von 11,2 Milliarden US-Dollar und ein prognostizierter Free Cashflow von annualisiert rund 7 Milliarden US-Dollar auf Basis aktueller Spotpreise geben dem Management Spielraum für die geplanten Investitionen von bis zu 28 Milliarden US-Dollar bis 2028.

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