Der Rohstoffriese kämpft aktuell an mehreren Fronten. Während die operativen Zahlen für 2025 einen spürbaren Rückgang bei der strategisch wichtigen Kupferproduktion offenbaren, geraten die Verhandlungen über den geplanten Mega-Deal mit Rio Tinto ins Stocken. Anleger müssen sich auf eine Verzögerung einstellen, da Bewertungsfragen eine schnelle Einigung verhindern und die Geduld der Marktteilnehmer auf die Probe stellen.

Die Fakten im Überblick:

  • Produktion 2025: Kupferförderung sinkt um 11 % auf 851.600 Tonnen.
  • Fusionsgespräche: Verlängerung der Verhandlungsfrist mit Rio Tinto wahrscheinlich.
  • Strategiewechsel: Im Kongo hat Kupfer 2026 Vorrang vor Kobalt.
  • Kanada-Geschäft: Zukunft der Horne-Schmelze hängt von regulatorischen Rahmenbedingungen ab.

Hängepartie beim Mega-Merger

Das dominierende Thema für die Kursfantasie bleibt der potenzielle Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Rio Tinto. Berichte vom Freitag deuten darauf hin, dass die ursprüngliche Frist für die Gespräche nicht ausreicht. Beide Parteien liegen bei der Bewertung der Assets offenbar noch auseinander, weshalb eine Verlängerung der Verhandlungen beantragt werden soll. Ein erfolgreicher Deal würde einen der weltweit größten Bergbaukonzerne schaffen, scheitert jedoch momentan noch an den finanziellen Details. Diese Unsicherheit drückte zuletzt auf die Stimmung; die Aktie beendete den Handel am Freitag mit einem Minus von 1,81 % bei 5,79 Euro.

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Operative Dämpfer und neue Prioritäten

Abseits der M&A-Phantasie holt das operative Tagesgeschäft den Konzern ein. Der am Donnerstag vorgelegte Produktionsbericht zeigt die Herausforderungen im Kerngeschäft: Die Kupferproduktion fiel im Jahresvergleich um 11 %. Verantwortlich hierfür sind vor allem geringere Erzgehalte sowie spezifische Minenplanungen in den südamerikanischen Betrieben Collahuasi, Antamina und Antapaccay. Auch die Kobaltförderung ging um 5 % zurück.

Als Reaktion auf die schwierige Marktlage in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) passt Glencore seine Strategie an. Aufgrund bestehender Exportquoten für Kobalt wird der Konzern 2026 die Kupferproduktion priorisieren, wo dies kommerziell sinnvoller erscheint. Die Lage ist so volatil, dass das Management derzeit keine verlässliche Prognose für die Kobaltproduktion im laufenden Jahr abgeben will.

Regulatorische Hürden in Kanada

Auch in Nordamerika laufen die Drähte heiß. Kurz vor Ablauf einer selbst gesetzten Frist konnte mit der Regierung von Québec noch keine Einigung über die Zukunft der Horne-Schmelze erzielt werden. Glencore macht notwendige Umweltinvestitionen von einem stabilen regulatorischen Umfeld abhängig. Solange hier keine Klarheit herrscht, bleibt ein weiterer Unsicherheitsfaktor in der Bilanz bestehen.

Fazit

Die Glencore-Aktie befindet sich in einer Phase der Richtungsfindung. Mit einem Kurs von 5,79 Euro notiert das Papier zwar rund 12 % unter dem 52-Wochen-Hoch, konnte seit Jahresbeginn aber dennoch über 7 % zulegen. Alles hängt nun davon ab, ob sich das Management mit Rio Tinto auf eine Bewertung einigen kann. Investoren sollten die offizielle Ankündigung zur Fristverlängerung abwarten, da ein Scheitern der Gespräche den Fokus wieder hart auf die sinkenden Produktionszahlen lenken würde.

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