Der Verpackungsspezialist Gerresheimer steckt in einer schweren Krise. Das Unternehmen hat die Veröffentlichung seines Jahresabschlusses 2025 auf unbestimmte Zeit verschoben – Grund sind massive Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung. Einzelne Mitarbeiter haben gegen internationale Rechnungslegungsvorschriften verstoßen. Die Aktie brach daraufhin auf ein Mehrjahrestief ein.

Die Kernfakten:

  • Jahresabschluss 2025 verschoben – Veröffentlichungstermin offen
  • Korrekturbedarf 2024: -35 Mio. EUR Umsatz, -24 Mio. EUR EBITDA
  • US-Tochter Centor soll noch 2026 verkauft werden
  • Werk in Chicago Heights wird geschlossen
  • BaFin-Verfahren läuft parallel

Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften

Der Vorstand musste einräumen, dass Mitarbeiter systematisch gegen interne Richtlinien und IFRS-Vorschriften verstoßen haben. Betroffen sind die Geschäftsjahre 2024 und 2025. Die Probleme konzentrieren sich auf zwei zentrale Bereiche: die korrekte Erfassung von Umsatzerlösen und die Bewertung von Vorräten.

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Eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde beauftragt, das Ausmaß der Fehlbuchungen zu klären. Allein für 2024 muss Gerresheimer voraussichtlich 35 Millionen Euro beim Umsatz und 24 Millionen Euro beim bereinigten EBITDA nach unten korrigieren. Die Untersuchungen stehen im Zusammenhang mit einem laufenden Verfahren der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Radikale Notmaßnahmen eingeleitet

Als Reaktion auf die finanziellen Belastungen hat der Konzern einen drastischen Sparkurs angekündigt. Die US-Tochtergesellschaft Centor Inc., spezialisiert auf Verpackungen für verschreibungspflichtige Medikamente, soll noch in diesem Jahr verkauft werden. Parallel dazu wird das Formglas-Werk in Chicago Heights zum Jahresende geschlossen.

Diese Schritte sind Teil einer umfassenden Transformationsinitiative zur Stabilisierung der Kapitalstruktur. Wann genau der geprüfte Jahres- und Konzernabschluss veröffentlicht wird, ist derzeit noch unklar und wird in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer festgelegt.

Vertrauen nachhaltig beschädigt

Der Bilanzskandal stellt für Gerresheimer eine existenzielle Bewährungsprobe dar. Die Verschiebung des Jahresabschlusses auf unbestimmte Zeit signalisiert, dass die Aufarbeitung der Unregelmäßigkeiten noch Wochen oder Monate dauern könnte. Bis zur Vorlage geprüfter Zahlen dürfte die Unsicherheit am Markt hoch bleiben.

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