Gerresheimer Aktie: Schwankendes Fundament?
Gerresheimer steht vor einem Scherbenhaufen. Der Pharmaverpackungsspezialist verschiebt die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025 auf unbestimmte Zeit – Grund sind erhebliche Regelverstöße bei der Bilanzierung. Die Konsequenzen sind dramatisch: Massive Umsatz- und Gewinnnkorrekturen, Wertminderungen in dreistelliger Millionenhöhe und ein Kurssturz von über 30 Prozent. Der tiefste Stand seit 2010.
Die wichtigsten Fakten:
* Verschiebung des Jahresabschlusses 2025
* Umsatzkorrektur 2024: rund 35 Millionen Euro
* EBITDA-Korrektur 2024: rund 24 Millionen Euro
* Wertminderungen 2025: 220 bis 240 Millionen Euro
* Gewinn je Aktie 2025: möglicherweise negativ
Interne Regelverstöße aufgedeckt
Nach internen Hinweisen beauftragte Gerresheimer in Abstimmung mit dem Abschlussprüfer eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Diese untersucht die Erfassung von Umsatzerlösen und die Bilanzierung in den Geschäftsjahren 2024 und 2025. Das Ergebnis: Einzelne Mitarbeitende haben gegen interne Richtlinien und IFRS-Regelungen verstoßen.
Die Korrekturen betreffen im Wesentlichen die Erfassung von Umsatzerlösen sowie die Bilanzierung und Bewertung von Vorräten. Das Unternehmen hat bereits erste personelle und organisatorische Konsequenzen gezogen.
Prognose für 2025 deutlich gesenkt
Für das laufende Geschäftsjahr musste Gerresheimer die erst im Oktober aktualisierte Prognose erneut drastisch anpassen. Die bereinigte EBITDA-Marge wird nun zwischen 16,5 und 17,5 Prozent erwartet – zuvor lag die Prognose bei 18,5 bis 19,0 Prozent. Der Umsatzrückgang dürfte am oberen Ende der Spanne von -4 bis -2 Prozent liegen.
Besonders gravierend: Der bereinigte Gewinn je Aktie wird im hohen zweistelligen Prozentbereich sinken und könnte sogar negativ ausfallen.
Massive Wertminderungen belasten
Zusätzlich zu den Bilanzkorrekturen erwartet Gerresheimer nicht-zahlungswirksame Wertminderungen zwischen 220 und 240 Millionen Euro. Betroffen sind Technologie- und Entwicklungsprojekte der Schweizer Tochter Sensile Medical sowie Vermögenswerte des Moulded-Glass-Werks in Chicago Heights. Letzteres wird im Rahmen der Transformationsinitiative bis Ende des Geschäftsjahres 2026 geschlossen.
Verkauf von Centor eingeleitet
Um die Kapital- und Finanzierungsstruktur zu optimieren, hat Gerresheimer Morgan Stanley mit dem Verkauf der US-Tochter Centor Inc. beauftragt. Der Abschluss ist noch für 2026 geplant. Die bereits angekündigte Separierung des Moulded-Glass-Geschäfts verzögert sich hingegen – der Verkaufsprozess startet nun erst nach 2026.
Ausblick auf schwieriges Jahr 2026
Für das kommende Geschäftsjahr rechnet Gerresheimer mit Umsatzerlösen zwischen 2,3 und 2,4 Milliarden Euro und einer bereinigten EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent. Der Free Cashflow soll moderat positiv ausfallen – allerdings erst nach einem voraussichtlich schwachen ersten Halbjahr. Ob das Unternehmen nach diesem Vertrauensverlust die nötige Glaubwürdigkeit zurückgewinnt, wird sich an der Umsetzung der angekündigten Maßnahmen und der Aufklärung der Regelverstöße zeigen.
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