Gerresheimer Aktie: Ungeklärte Situation!
Die Gerresheimer-Aktie crashte am Mittwochmorgen vorbörslich um fast 17 Prozent auf 22,62 Euro – nahe dem tiefsten Stand seit 2010. Der Grund: Was zunächst wie ein kleiner Buchungsfehler aussah, entpuppt sich als ausgewachsener Bilanzskandal.
Der Düsseldorfer Pharmaverpackungshersteller verschob am Dienstagabend überraschend die für den 26. Februar geplante Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025. Einzelne Mitarbeiter hätten gegen interne Richtlinien und internationale Bilanzierungsvorschriften verstoßen. Die Korrekturen betreffen die Erfassung von Umsatzerlösen sowie die Bilanzierung und Bewertung von Vorräten.
Millionenschwere Korrekturen nötig
Die Dimensionen sind erheblich: Für das Geschäftsjahr 2024 muss Gerresheimer nun rund 35 Millionen Euro beim Umsatz und etwa 24 Millionen Euro beim bereinigten EBITDA korrigieren. Hinzu kommen nicht zahlungswirksame Wertminderungen zwischen 220 und 240 Millionen Euro für 2025 – hauptsächlich bei der Schweizer Tochter Sensile Medical und dem US-Werk in Chicago.
Das Unternehmen hat eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit weiteren Untersuchungen beauftragt und bereits erste personelle Konsequenzen gezogen. Ein neuer Termin für die Zahlenvorlage steht noch nicht fest.
Prognose deutlich verschlechtert
Die bereits im Oktober angepasste Prognose für 2025 muss erneut nach unten korrigiert werden. Die bereinigte EBITDA-Marge wird nun zwischen 16,5 und 17,5 Prozent erwartet – zuvor waren 18,5 bis 19,0 Prozent avisiert. Der bereinigte Gewinn je Aktie könnte sogar negativ werden, nachdem zunächst nur ein Rückgang im mittleren zweistelligen Prozentbereich prognostiziert war.
Für 2026 rechnet Gerresheimer mit Umsätzen von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro und einer EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent – allerdings bei voraussichtlich schwachem ersten Halbjahr.
JPMorgan-Analyst David Adlington beschreibt die Situation drastisch: Der Weg führe von "schlecht über schlimmer zu noch schlimmer". Trotz unverändertem Kursziel von 46 Euro und Bewertung "Overweight" sieht er immense Unsicherheiten und stellt Anleger auf zweistellige Kursverluste ein.
Jahrelange Talfahrt beschleunigt sich
Der Absturz ist der vorläufige Tiefpunkt einer dramatischen Entwicklung. Noch im Februar 2025 zahlten Anleger rund 80 Euro je Aktie – auch getrieben von Übernahmefantasien, die sich im Juli zerschlugen. Seitdem ging es kontinuierlich bergab. Die seit November laufende Bodenbildung dürfte nun Geschichte sein.
Anleger hatten gehofft, das Bilanzthema sei erledigt, nachdem Gerresheimer zunächst von einer Fehlbuchung im niedrigen einstelligen Millionenbereich sprach. Diese Hoffnung hat sich zerschlagen. Die Finanzaufsicht BaFin hatte bereits eine Prüfung eingeleitet.
Als Teil der Transformation schließt Gerresheimer das Werk in Chicago Heights Ende 2026. Der geplante Verkauf der Tochter Centor Inc. soll noch 2026 abgeschlossen werden. Die Separierung des Moulded-Glass-Geschäfts wurde jedoch verschoben.
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