Gerresheimer muss seinen Jahres- und Konzernabschluss 2025 verschieben – und das ausgerechnet wegen größerer Bilanzierungsunregelmäßigkeiten als bislang bekannt. Gleichzeitig reagiert der Konzern mit einem geplanten Verkauf der US-Tochter Centor Inc., um die finanzielle Stabilität zu stützen. Kein Wunder also, dass der Markt das Papier zur Wochenmitte deutlich abstraft.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Geschäftsbericht 2025: Veröffentlichung auf unbestimmte Zeit verschoben (geplant war der 26. Februar)
- Korrekturen 2024: Umsatz -35 Mio. Euro, bereinigtes EBITDA -24 Mio. Euro
- Erwartete Wertminderungen 2025: 220 bis 240 Mio. Euro
- Neue Prognose 2025: Umsatz -4% bis -2%, EBITDA-Marge 16,5% bis 17,5%
- Maßnahme: Verkaufsprozess für Centor Inc. gestartet (Abschluss noch 2026 angestrebt)
- Marktreaktion: zweistelliger Kursrückgang

Verschobener Abschluss und deutliche Korrekturen

Der ursprünglich terminierte Geschäftsbericht für 2025 kommt nicht wie geplant. Grund sind laufende Untersuchungen einer zweiten, neu beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Sie prüft Bilanzierungsfehler in den Jahren 2024 und 2025.

Für 2024 muss Gerresheimer die Umsatzerlöse um insgesamt 35 Millionen Euro nach unten korrigieren. Beim bereinigten EBITDA werden 24 Millionen Euro weniger ausgewiesen. Laut Unternehmen haben einzelne Mitarbeiter gegen interne Richtlinien und IFRS-Vorgaben verstoßen.

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2025: Hohe Wertminderungen, Prognose deutlich gesenkt

Noch schwerer wiegt der Blick auf 2025. Hier rechnet der Konzern mit Wertminderungen von 220 bis 240 Millionen Euro. Genannt werden vor allem die Bereiche Sensile Medical sowie Gerresheimer Moulded Glass Chicago.

Das schlägt direkt auf den Ausblick durch: Beim Umsatz wird nun ein Rückgang am oberen Ende der Spanne von -4% bis -2% erwartet. Die bereinigte EBITDA-Marge wird auf 16,5% bis 17,5% gesenkt (zuvor 18,5% bis 19,0%). Beim bereinigten Ergebnis je Aktie stellt das Unternehmen einen Rückgang im hohen zweistelligen Prozentbereich in Aussicht; ein negatives Ergebnis wird nicht ausgeschlossen. Wie schnell kann Gerresheimer das Vertrauen nach dieser Kombination aus Bilanzthemen und Prognosekappung zurückgewinnen?

Verkauf von Centor – und ein vorsichtiger Blick nach vorn

Zur Stabilisierung der Finanzen leitet Gerresheimer den Verkauf der US-Tochter Centor Inc. ein. Morgan Stanley begleitet den Prozess, ein Abschluss wird noch im Jahr 2026 angepeilt. Der geplante Verkauf des „Moulded Glass“-Geschäfts dagegen wird auf später verschoben.

Trotz der Belastungen nennt der Vorstand für 2026 einen Zielkorridor: 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro Umsatz bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 18% bis 19%. An der Börse überwog heute jedoch der Vertrauensschaden: Die Aktie rutschte zweistellig ab und markierte neue Tiefststände.

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