ABO WIND AG Aktie: Kühle Prognosen!
Die ABO Energy AG (ehemals ABO Wind) durchlebt ihre wohl kritischsten Stunden. Bis morgen, den 12. Februar, läuft eine entscheidende Abstimmung der Anleihegläubiger, die über die finanzielle Bewegungsfreiheit des Projektentwicklers bestimmt. Nach einem historischen Verlust von rund 170 Millionen Euro hängt der Sanierungskurs nun an der Zustimmung der Investoren – ein Votum mit weitreichenden Folgen.
Kampf um die Liquidität
Im Zentrum der aktuellen Abstimmung steht die Anleihe 2024/2029. Das Management benötigt dringend Zugeständnisse der Gläubiger, um die operative Handlungsfähigkeit zu sichern. Konkret geht es um drei zentrale Punkte:
- Verzicht auf die Negativverpflichtung: Dies würde dem Unternehmen erlauben, Sicherheiten für neue Zwischenfinanzierungen zu stellen.
- Aussetzung von Kündigungsrechten: Gläubiger sollen bis zum 31. Mai 2026 auf ihr Recht zur außerordentlichen Kündigung verzichten.
- Gemeinsamer Vertreter: Die Bündelung der Interessen durch einen Repräsentanten.
Ohne diese Anpassungen fehlen dem Unternehmen laut eigenen Angaben die Möglichkeiten, neue Avale und Kredite aufzunehmen. Diese sind jedoch für das laufende Projektgeschäft und die Bestellung von Sicherheiten unverzichtbar.
Kritik am "Blindflug"
Doch warum ist dieser Schritt für Anleger so brisant? Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) übt deutliche Kritik am Vorgehen des Managements. Der Vorwurf: Die Gläubiger sollen weitreichende Rechte abtreten, noch bevor ein abschließendes Sanierungsgutachten auf dem Tisch liegt. Investoren werden faktisch gezwungen, einen Vertrauensvorschuss zu leisten, ohne die Tragfähigkeit des Rettungsplans vollumfänglich prüfen zu können.
Die Banken zeigen sich indes kooperativer. Bereits Ende Januar schloss ABO Energy eine Stillhaltevereinbarung mit den wichtigsten Finanzierern von Konsortialkrediten und Schuldscheindarlehen. Diese verzichten vorerst bis Ende März 2026 auf die Geltendmachung von Kündigungsgründen, um dem Unternehmen Luft für die Restrukturierung zu verschaffen.
Der historische Absturz
Die Notwendigkeit dieser Maßnahmen resultiert aus einer drastischen finanziellen Schieflage. Was ursprünglich als Gewinnjahr geplant war (Prognose: 29 bis 39 Millionen Euro Überschuss), endete in einem Debakel. Zwei Gewinnwarnungen korrigierten die Erwartungen schrittweise nach unten, bis am 15. Januar 2026 der Schock folgte: Ein erwarteter Jahresfehlbetrag von rund 170 Millionen Euro.
Verantwortlich für diesen ersten Verlust der Unternehmensgeschichte waren laut Geschäftsführung mehrere Faktoren:
* Einbruch der Margen durch überzeichnete Wind-Auktionen in Deutschland.
* Massive Projektverschiebungen in das Jahr 2026.
* Sonderabschreibungen wegen sinkender Vergütungserwartungen.
Um Liquidität zu generieren, startete das Unternehmen bereits Notverkäufe, darunter drei Solarprojekte in Frankreich mit 85 Megawatt Kapazität Ende Januar.
Das steht jetzt an
Das Ergebnis der Gläubigerabstimmung wird unmittelbar nach Fristende am morgigen 12. Februar erwartet. Sollte das notwendige Quorum von 50 Prozent des Anleihevolumens verfehlt werden, muss eine physische Versammlung einberufen werden, was den Prozess weiter verzögern würde. Klarheit über das tatsächliche Ausmaß der Bilanzschäden erhalten Anleger erst am 22. Juni 2026 mit der Veröffentlichung des geprüften Jahresabschlusses.
Die Fakten im Überblick:
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Prognostizierter Verlust 2025 | ca. 170 Mio. Euro |
| Volumen Anleihe 2024/2029 | 80 Mio. Euro |
| Ende der Abstimmungsfrist | 12. Februar 2026 |
| Stillhalteabkommen Banken | bis Ende März 2026 |
| Projektpipeline | ca. 30 Gigawatt |
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