Gerresheimer Aktie: Absturz um 31 Prozent
Heute steht Gerresheimer vor einem Scherbenhaufen. Die Aktie des Düsseldorfer Verpackungsspezialisten bricht am Mittwoch um mehr als 30 Prozent ein, nachdem das Unternehmen eine ganze Reihe von Hiobsbotschaften verkündet hat. Im Zentrum: Bilanzierungsverstöße, eine Untersuchung der BaFin und drastisch gesenkten Prognosen für 2025.
BaFin ermittelt wegen Bilanzierungsverstößen
Der Hintergrund ist brisant. Bereits im September hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) begonnen, die Finanzberichte von Gerresheimer zum 30. November 2024 zu prüfen. Der Verdacht: Umsätze könnten zu früh verbucht worden sein. Jetzt hat das Unternehmen eingeräumt, dass einzelne Mitarbeiter gegen interne Richtlinien und die internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS verstoßen haben. Betroffen sind insbesondere die Bereiche Umsatzerlöse und Vorräte.
Gerresheimer hat daraufhin eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beauftragt, die Umsatzerfassung und Bilanzierungspraxis für 2024 und 2025 unter die Lupe zu nehmen. Personelle Konsequenzen wurden bereits gezogen. Die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025, ursprünglich für den 26. Februar angesetzt, musste auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Ein neuer Termin wird mit dem Prüfer abgestimmt.
Prognose dramatisch gesenkt
Die finanziellen Folgen sind erheblich. Für 2025 erwartet Gerresheimer nun einen Umsatzrückgang am unteren Ende der bisherigen Prognosespanne von minus 4 bis minus 2 Prozent – oder sogar leicht darunter. Die EBITDA-Marge wird auf 16,5 bis 17,5 Prozent gesenkt, zuvor lag die Prognose bei 18,5 bis 19,0 Prozent. Besonders drastisch: Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll im hohen zweistelligen Prozentbereich sinken und könnte sogar negativ werden.
Für 2026 stellt das Unternehmen einen Umsatz zwischen 2,3 und 2,4 Milliarden Euro in Aussicht. Zudem hat Gerresheimer angekündigt, seine US-Tochter Centor verkaufen zu wollen, um die Bilanz zu stabilisieren. Ein Werk in den USA soll geschlossen werden. Der geplante Verkauf des Geschäfts mit geformtem Glas wird dagegen 2026 nicht weiterverfolgt.
Analysten ziehen Konsequenzen
Die Turbulenzen bei Gerresheimer kommen nicht aus heiterem Himmel. Bereits zuvor hatte das Unternehmen mehrere Gewinnwarnungen veröffentlicht, der Aktienkurs war stark gefallen. Der frühere CEO Dietmar Siemssen hatte das Unternehmen verlassen, Monate zuvor war bereits CFO Bernd Metzner zurückgetreten.
Analyst Oliver Reinberg von Kepler Cheuvreux hat seine Kaufempfehlung für die Aktie nun auf "Under Review" gesetzt. Er verweist auf die neuen Enttäuschungen und die Unsicherheiten rund um die Verzögerung des Jahresberichts und die Verschuldung. Die Entdeckung weiterer Verstöße bei der Umsatzerfassung und Lagerbewertung – zusätzlich zu den bereits bekannten Bill-and-Hold-Problemen – mache eine erneute Anpassung der Finanzdaten für 2024 erforderlich und belaste den Ausblick für 2025 erheblich.
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