Der Rauswurf aus dem SDAX ist nur die Spitze des Eisbergs. Beim Verpackungsspezialisten Gerresheimer decken Sonderprüfer derzeit massive Unregelmäßigkeiten auf, die von zu früh verbuchten Umsätzen bis hin zu drastischen Wertberichtigungen reichen. Während die BaFin den Druck erhöht, kämpft das Management an mehreren Fronten gleichzeitig um das Vertrauen von Banken und Investoren.

Zum 31. März verliert das Unternehmen seinen Platz im SDAX. Die Deutsche Börse zieht damit die logische Konsequenz aus dem verschobenen Jahresabschluss für 2025, der nun erst im Juni vorliegen soll. Auch die Hauptversammlung und die Zahlen für das erste Quartal fallen diesem verzögerten Zeitplan zum Opfer. Am Finanzmarkt hinterlässt diese fundamentale Unsicherheit tiefe Spuren: Mit einem Schlusskurs von 20,44 Euro am Freitag hat das Papier auf Sicht von zwölf Monaten rund 73 Prozent an Wert verloren. Die verspätete Berichterstattung verletzt zudem vertragliche Informationspflichten gegenüber den Kreditgebern, weshalb der Vorstand derzeit intensiv mit den Banken über eine Verlängerung der Fristen verhandelt, um die Kreditlinien abzusichern.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gerresheimer?

Fingierte Umsätze und Millionenabschreibungen

Ursächlich für das Chaos sind tiefgreifende Bilanzierungsprobleme. Eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft untersucht aktuell sogenannte „Bill-and-Hold“-Vereinbarungen aus den Jahren 2024 und 2025. Das Management räumte bereits ein, dass Mitarbeiter wissentlich interne Vorgaben und IFRS-Richtlinien umgangen haben könnten, indem Umsätze vor der tatsächlichen Warenauslieferung verbucht wurden. Die Finanzaufsicht BaFin hat ihre Untersuchungen aufgrund dieser konkreten Bilanzierungslücken deutlich verschärft.

Erschwerend kommen angekündigte, nicht-zahlungswirksame Wertminderungen von bis zu 240 Millionen Euro hinzu. Diese betreffen vor allem Technologieprojekte der Tochter Sensile Medical und das US-Werk in Chicago Heights. Letzteres soll bis Ende 2026 komplett geschlossen und die Produktion verlagert werden.

Notverkäufe und Übernahmegerüchte

Um den massiven finanziellen Druck abzufedern, plant Gerresheimer offenbar den Verkauf der US-Tochter Centor über die Investmentbank Morgan Stanley. Gleichzeitig sorgen unbestätigte Marktberichte für Kursschwankungen: Spekulationen zufolge erwägt der US-Konzern Silgan Holdings ein Übernahmeangebot in Höhe von 41 Euro je Aktie. Bis zur Vorlage des testierten Abschlusses im Juni und dem Ende der Bankengespräche bleibt die Lage für Aktionäre jedoch hochriskant. Der anstehende technische Zwangsverkauf durch Index-Fonds infolge des SDAX-Ausschlusses am Dienstag dürfte die Volatilität in den nächsten Handelstagen zusätzlich anheizen.

Gerresheimer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gerresheimer-Analyse vom 28. März liefert die Antwort:

Die neusten Gerresheimer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gerresheimer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Gerresheimer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...