Gerresheimer Aktie: Tafelsilber steht zum Verkauf
Um die angespannte Kapitalstruktur zu stabilisieren, greift der Pharmaverpackungsspezialist zu drastischen Maßnahmen. Während eine Untersuchung der BaFin massive Bilanzierungsfehler ans Licht bringt, soll der Verkauf der profitabelsten US-Tochter nun dringend benötigte Liquidität in die Kassen spülen.
Morgan Stanley sucht Käufer für Centor
Gerresheimer hat die Investmentbank Morgan Stanley mandatiert, um die US-Tochter Centor Inc. noch im laufenden Jahr zu veräußern. Die Division, die Ende 2024 mit einem Buchwert von 292 Millionen Euro bilanziert wurde, gilt als das ertragreichste Asset des Düsseldorfer Konzerns. Parallel dazu strafft das Management die eigene Produktionsstruktur und schließt das Moulded-Glass-Werk in Chicago Heights bis Ende 2026 komplett.
BaFin-Prüfung erzwingt dreistellige Wertberichtigungen
Der Druck zur Kapitalbeschaffung resultiert direkt aus der laufenden Aufarbeitung interner Versäumnisse. Die Finanzaufsicht hat konkrete Fehler in der Rechnungslegung identifiziert, weshalb das Unternehmen allein für das Geschäftsjahr 2024 den Umsatz um 35 Millionen Euro und das bereinigte EBITDA um 24 Millionen Euro nach unten korrigieren muss.
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Für den Konzernabschluss 2025 erwartet das Management zudem nicht-zahlungswirksame Wertminderungen von 220 bis 240 Millionen Euro. Die BaFin-Prüfung fokussiert sich dabei auf drei spezifische Fehlerquellen:
- Fehlende Aufwandserfassung bei wertgeminderten Vermögenswerten (196,5 Millionen Euro)
- Falsch ausgewiesene Leasingverbindlichkeiten (65,5 Millionen Euro)
- Fehlerhafte Nutzungsdauern bei aktivierten Entwicklungskosten (29,4 Millionen Euro)
Langer Weg zur charttechnischen Erholung
An der Börse spiegeln sich diese fundamentalen Baustellen deutlich wider. Mit einem aktuellen Kurs von 20,38 Euro hat das Papier auf Sicht von zwölf Monaten knapp 73 Prozent an Wert verloren. Ein jüngstes Überschreiten der 38-Tage-Linie ändert wenig an dem intakten, langfristigen Abwärtstrend, zumal der Abstand zur wichtigen 200-Tage-Linie weiterhin bei fast 35 Prozent liegt.
Trotz der Bilanzturbulenzen peilt das Management für 2026 einen Umsatz von bis zu 2,4 Milliarden Euro bei einer bereinigten EBITDA-Marge von 18 bis 19 Prozent an. Diese Prognose steht allerdings unter dem strikten Vorbehalt offener Kreditgespräche. Belastbare Fakten für Gläubiger und Investoren wird erst der testierte Jahresabschluss liefern, dessen Veröffentlichung für den Frühsommer angesetzt ist.
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