Nach dem massiven Kurssturz kommt der SDAX-Titel nicht zur Ruhe. Zum Wochenstart strichen gleich mehrere Analysten ihre Kursziele drastisch zusammen und reagierten damit auf die laufenden BaFin-Untersuchungen sowie die Verschiebung der Bilanz. Das Vertrauen der Experten in den Pharmaverpackungshersteller scheint durch die jüngsten Hiobsbotschaften schwer beschädigt.

BaFin-Untersuchung schreckt Experten ab

Die Reaktion der Finanzprofis auf die Ereignisse der letzten Woche fällt eindeutig aus. Die Deutsche Bank Research senkte ihr Kursziel gestern von 34 auf nur noch 22 Euro. Analyst Falko Friedrichs begründete diesen Schritt mit den laufenden Untersuchungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Solange diese Prüfung andauert, sei eine positive Einschätzung der Aktie kaum vertretbar.

Noch deutlicher reagierte das Analysehaus Berenberg, das sein Kursziel gleich um ein Drittel auf 20 Euro kappte. Analyst Christian Ehmann verwies auf die Bilanzierungsunregelmäßigkeiten und die enttäuschende Guidance, die das Vertrauen in die Ertragsqualität erheblich belasten würden. Der geplante Verkauf der US-Tochter Centor wird hierbei lediglich als notwendiger "Rettungsanker" gesehen.

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Bilanz-Chaos und Notverkauf

Ursache für die aktuelle Talfahrt ist die Ad-hoc-Mitteilung vom 10. Februar. Gerresheimer musste die für Ende Februar geplante Vorlage des Jahresabschlusses verschieben, da eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft derzeit die Umsatzerfassung und Bilanzierung der Jahre 2024 und 2025 durchleuchtet. Das Unternehmen rechnet mit nicht zahlungswirksamen Wertminderungen in Höhe von 220 bis 240 Millionen Euro, die vor allem Entwicklungsprojekte der Tochter Sensile Medical und ein US-Werk betreffen.

Um die angespannte Finanzlage zu stabilisieren, hat der Konzern den Verkauf der US-Tochter Centor eingeleitet. Angesichts einer Nettoverschuldung von 1,93 Milliarden Euro bei Barreserven von lediglich 146 Millionen Euro (Stand Q3 2025) dient dieser Schritt primär der Optimierung der Kapitalstruktur. Morgan Stanley wurde bereits mit der Abwicklung beauftragt.

Die Fakten im Überblick:

  • Analysten-Votum: Deutsche Bank senkt auf 22 Euro, Berenberg auf 20 Euro.
  • Belastungsfaktoren: BaFin-Untersuchung und verschobener Jahresabschluss.
  • Finanzielle Folgen: Erwartete Wertminderungen von bis zu 240 Millionen Euro.
  • Gegenmaßnahmen: Verkauf der US-Tochter Centor zur Schuldenreduzierung eingeleitet.
  • Kursreaktion: Einbruch um ca. 35 Prozent auf ein 16-Jahres-Tief in der Vorwoche.

Mit dem geplanten Verkauf von Centor im laufenden Jahr und einer gedämpften Prognose für 2026 steht das Unternehmen vor einer schwierigen Übergangsphase. Anleger und Analysten warten nun primär auf den neuen Termin für die Bilanzvorlage, der erst in Abstimmung mit den Prüfern festgelegt werden muss, um Klarheit über das tatsächliche Ausmaß der Unregelmäßigkeiten zu erhalten.

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