Fiserv steht nach schwachen Quartalszahlen und einer deutlich reduzierten Jahresprognose unter Druck. Heute prallen gegensätzliche Analystenurteile und auffällige Umschichtungen im institutionellen Lager aufeinander. Parallel nutzen mehrere Führungsmitglieder das tiefere Kursniveau für Zukäufe. Wie stabil ist das aktuelle Bewertungsniveau?

Analysten drehen an den Stellschrauben

Im heutigen Handel sorgen zwei neue Analystenentscheidungen für Aufmerksamkeit.
Zacks Research hat die Aktie von „Strong Sell“ auf „Hold“ hochgestuft. Nach der jüngsten Kurskorrektur wertet das Haus den Titel damit nicht mehr als klaren Verkauf, sondern als Halteposition.

Gleichzeitig bleibt B. Riley zwar bei „Neutral“, senkt aber das Kursziel deutlich von 105 auf 76 US‑Dollar. Damit rückt das Ziel näher an den aktuellen Kurs um 66,66 US‑Dollar heran und signalisiert eine vorsichtigere Bewertungsperspektive.

Wesentliche Punkte:

  • Zacks: Hochstufung auf „Hold“
  • B. Riley: Kurszielkürzung von 105 auf 76 US‑Dollar, Rating „Neutral“ bestätigt
  • Kurs nahe 12‑Monats-Tief und weit entfernt vom Hoch bei 238,59 US‑Dollar

Institutionelle Investoren und Insider werden aktiv

Neue Meldungen zeigen deutliche Bewegungen bei wichtigen institutionellen Investoren:

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  • Country Trust Bank hat seine Position im dritten Quartal um 14,6 % ausgebaut und 45.797 Aktien zugekauft. Der Bestand liegt nun bei 359.736 Aktien mit einem Volumen von rund 46,38 Mio. US‑Dollar.
  • Focused Investors LLC erhöhte den Anteil um 22,5 % und ergänzte den Bestand um mehr als 288.000 Aktien. Das Engagement summiert sich auf etwa 202,65 Mio. US‑Dollar.
  • Manning & Napier Advisors LLC hat die Position dagegen nahezu komplett abgebaut. Der Verkauf von 780.636 Aktien entspricht einer Reduktion um 99,9 %.

Zu den institutionellen Umschichtungen kommt jüngste Insideraktivität: Unter anderem der neue CFO Paul Todd und Chief Administrative Officer Adam Rosman haben im Bereich von 62 bis 63 US‑Dollar zugekauft. In Summe ergibt sich damit ein Bild aus selektiv zunehmendem institutionellen Engagement und Insiderkäufen auf dem aktuell gedrückten Kursniveau.

Zahlen, Prognose und Bewertung

Auslöser der Neubewertung durch Analysten war der Bericht zum dritten Quartal 2025. Fiserv blieb bei mehreren Kennziffern hinter den Markterwartungen zurück:

  • GAAP-Umsatz: 5,26 Mrd. US‑Dollar, +1 % gegenüber dem Vorjahr, unter dem Konsens von rund 5,37 Mrd. US‑Dollar
  • Bereinigter Umsatz: 4,92 Mrd. US‑Dollar
  • Bereinigtes EPS: 2,04 US‑Dollar, klar unter dem Analystenkonsens von 2,64 US‑Dollar

Im Anschluss senkte das Management die Prognose für das Gesamtjahr 2025. Die neue Spanne für das bereinigte EPS liegt bei 8,50 bis 8,60 US‑Dollar und damit deutlich unter früheren Erwartungen sowie unter der bisherigen Analystenmeinung. Diese Korrektur hat den Kurs stark belastet.

Besonders auffällig ist der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch von 238,59 US‑Dollar. Mit dem aktuellen Niveau um 66 US‑Dollar signalisiert der Markt eine deutliche Neubewertung nach unten und preist die reduzierte Wachstumsperspektive klar ein.

Marktbild und Ausblick

Trotz der Zielsenkung durch B. Riley bleibt die durchschnittliche Analysteneinschätzung für Fiserv bei „Hold“. Der aktuelle Konsens sieht ein mittleres Kursziel von 114,32 US‑Dollar. Damit ergibt sich theoretisch weiteres Aufwärtspotenzial gegenüber dem heutigen Kurs, auch wenn konservativere Ziele wie die 76 US‑Dollar von B. Riley diese Lücke verkleinern.

Am Optionsmarkt konzentriert sich das Handelsinteresse für die heute auslaufenden Kontrakte auf die Strikes bei 60 und 65 US‑Dollar. Das spricht dafür, dass kurzfristig viele Marktteilnehmer eher mit einer Seitwärtsbewegung im unteren Kursband rechnen.

Entscheidend für die nächste Phase dürfte sein, ob Fiserv die avisierte Gewinnspanne von 8,50 bis 8,60 US‑Dollar je Aktie für 2025 erreicht. Die Kombination aus deutlicher Prognosesenkung, niedrigerem Kursniveau, weiterhin verhaltenem Analystenkonsens und den jüngsten Insiderkäufen bildet dabei den Rahmen für die Kursentwicklung in der kommenden Berichtssaison.

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