Intel kämpft entschlossen um seinen Platz im KI-Zeitalter und holt sich dafür Verstärkung. Mit einer strategischen Partnerschaft und einem Investment in das Startup SambaNova Systems setzt der Chip-Gigant nun gezielt auf den Markt für KI-Inferenz. Der Schritt soll die Abhängigkeit von reinen GPU-Lösungen verringern und Intels Xeon-Prozessoren eine Schlüsselrolle in den Rechenzentren der nächsten Generation sichern.

Fokus auf den Inferenz-Markt

Kern der am Dienstag bekanntgegebenen Zusammenarbeit ist die Verknüpfung von Intels etablierter Xeon-Infrastruktur mit den spezialisierten KI-Lösungen von SambaNova. Intel Capital beteiligte sich in diesem Zuge an der Serie-E-Finanzierungsrunde des Startups über 350 Millionen US-Dollar.

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Der strategische Schwenk zielt auf einen spezifischen Bereich ab: Während das Training von KI-Modellen oft massive GPU-Cluster erfordert, wird die Anwendung (Inferenz) dieser Modelle zunehmend wichtiger. Analysten gehen davon aus, dass sich über 80 Prozent der KI-Workloads in den kommenden ein bis zwei Jahren auf die Inferenz verlagern werden. Genau hier will Intel mit kosteneffizienten Lösungen punkten.

SambaNova stellte zeitgleich seinen neuen SN50-Chip vor, der nach Unternehmensangaben eine fünfmal schnellere Leistung als Konkurrenzprodukte bieten soll. Als erster Kunde für den Einsatz in Rechenzentren wurde die japanische SoftBank genannt.

Transparenz an der Spitze

Eine Besonderheit der Transaktion betrifft das Management: Intel-CEO Lip-Bu Tan ist seit 2017 Aufsichtsratsvorsitzender von SambaNova und war ein früher Investor. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, hat sich Tan laut Unternehmensangaben aus allen Verhandlungen bezüglich der Kooperation zurückgezogen.

Marktbeobachter werten den Deal dennoch positiv, da er Intels Portfolio sinnvoll ergänzt. Kevork Kechichian, General Manager der Data Center Group bei Intel, bezeichnete die Partnerschaft als attraktive Option für Unternehmen, die nach Alternativen zu reinen GPU-Setups suchen.

Sektor im Aufwind

Die Nachricht sorgte bereits am Dienstag für deutliche Kursgewinne und reihte sich in eine breitere Erholung des Halbleitersektors ein. Unterstützt wurde die Stimmung durch einen Großauftrag von Meta Platforms an den Konkurrenten AMD, was Investoren als generelles Signal für einen anhaltenden Hunger nach Rechenleistung interpretierten.

Aktuell notiert die Intel-Aktie bei 39,48 Euro. Auf Wochensicht verzeichnet das Papier damit ein Plus von rund 4 Prozent, was die positive Aufnahme der strategischen Neuausrichtung durch den Markt unterstreicht.

Ausblick: Finanzchef übernimmt das Wort

Anleger richten ihren Blick nun auf den 4. März. An diesem Datum wird Intel-CFO Dave Zinsner auf der Morgan Stanley Technology, Media & Telecom Conference sprechen. Es wird erwartet, dass Zinsner dort weitere Details zur finanziellen Tragweite der SambaNova-Partnerschaft und zur breiteren KI-Strategie des Konzerns erläutern wird.

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