Der Verkauf des Standorts Toulouse an Sandoz verschafft Evotec einen deutlichen finanziellen Puffer und stabilisiert die zuletzt belastete Aktie. Gleichzeitig sorgt eine neue Bewertungsanalyse für zusätzliches Interesse am Titel. Wie weit trägt diese Kombination aus frischem Kapital und höherem fairen Wert?

  • Verkauf des Standorts Toulouse an Sandoz mit 350 Mio. US-Dollar Upfront-Zahlung
  • Zusätzliche potenzielle Meilensteine von über 300 Mio. US-Dollar
  • Neue Bewertung sieht fairen Wert von 8,46 Euro je Aktie (rund 35 % über aktuellem Niveau)
  • Aktie erholt sich nach Kursverlust von rund 35 % im Jahr 2025

Sandoz-Deal stärkt Bilanz

Im Vormittagshandel legt die Aktie heute um rund 2,8 % auf etwa 5,66 Euro zu. Auslöser ist vor allem die Neubewertung der Liquiditätssituation durch den Verkauf des Produktionsstandorts in Toulouse an Sandoz.

Die Vereinbarung umfasst eine sofortige Barmittelzufuhr von 350 Mio. US-Dollar. Zusätzlich sind Meilensteinzahlungen von über 300 Mio. US-Dollar möglich. Damit sinken die Sorgen um die Bilanzstruktur deutlich, nachdem der Titel im Vorjahr unter starkem Druck stand.

Operativ ist der Übergang bereits im Gange: Sandoz hat heute erste Stellenanzeigen in Toulouse veröffentlicht, darunter für einen „Manufacturing Compliance Manager“. Das signalisiert den laufenden Transfer der bisherigen „Just – Evotec Biologics“-Aktivitäten und untermauert die Umsetzung des Deals.

Das Handelsvolumen im Xetra-Handel lag am Vormittag bereits bei über 449.000 Aktien und damit deutlich erhöht. An der Nasdaq schloss der Titel gestern bei 3,19 US-Dollar, dürfte aber von den positiven Vorgaben aus Deutschland profitieren.

Bewertungs-Update sorgt für Fantasie

Neben der Transaktion rückt eine neue Fundamentalanalyse der Plattform Simply Wall St in den Vordergrund. Auf Basis erwarteter Cashflows und einem Diskontsatz von 6,56 % errechnet die Studie einen fairen Wert von 8,46 Euro je Aktie.

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Ausgehend von einem Kursniveau um 5,5 Euro entspricht das einer rechnerischen Unterbewertung von knapp 35 %. Diese Einschätzung stützt die aktuelle Erholung und bietet eine klare Referenzmarke für Bewertungsdiskussionen.

Zusätzliche Orientierung liefern Konsensdaten von der Nasdaq-Seite: Dort liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten bei 7,00 US-Dollar, was ausgehend vom US-Schlusskurs ein theoretisch hohes Aufwärtspotenzial signalisiert.

Einordnung nach schwachem Jahr 2025

Die aktuelle Gegenbewegung folgt auf ein sehr schwaches Jahr 2025, in dem der Kurs rund 35,4 % verlor. Belasten wirkten vor allem der Ausstieg der Novo Nordisk Foundation, die ihre 5-%-Beteiligung veräußerte, sowie Anteilsreduzierungen durch JPMorgan Anfang Januar.

Der Verkauf an Sandoz markiert vor diesem Hintergrund einen strategischen Wendepunkt: Fixkosten aus dem Betrieb des Standorts werden in liquide Mittel umgewandelt. Dadurch kann sich Evotec stärker auf margenstärkere Technologieplattformen und F&E-Partnerschaften konzentrieren.

Im Vergleich zu anderen KI-orientierten Biotech-Werten wie Exscientia oder Recursion blieb die Kursentwicklung bisher zurück. Während diese Titel zuletzt teils deutlich volatiler waren, verschafft die gestärkte Cash-Position Evotec nun eine defensivere Ausgangslage im Sektor.

Technische Marken und nächste Termine

Charttechnisch rückt kurzfristig die Zone um 5,50 Euro in den Fokus. Aus heutiger Sicht gilt: Kann sich der Kurs oberhalb dieser Marke behaupten und ein Schlusskurs über 5,70 Euro etabliert werden, wäre aus technischer Sicht Raum für eine Bewegung in Richtung 6,00 Euro und damit für eine weitere Schließung des Bewertungsabstands.

Inhaltlich wichtig wird die J.P. Morgan Healthcare Conference vom 12. bis 15. Januar. Dort dürfte das Management konkretisieren, wie die Erlöse aus dem Sandoz-Deal eingesetzt werden sollen und welche Rolle die KI-Plattform E.MPD in der weiteren Strategie spielt. Diese Signale werden maßgeblich bestimmen, ob der aktuelle Erholungstrend im ersten Quartal 2026 Bestand hat.

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