Schlechte Nachrichten aus Ludwigshafen sorgen in Essen für Unruhe. Nachdem der Branchenprimus BASF am Donnerstagabend enttäuschende vorläufige Zahlen vorlegte, gerät auch Evonik tiefer in den Sog der Sektorschwäche. Doch neben der konjunkturellen Flaute warnen Analysten nun vor einem strukturellen Problem, das die scheinbar attraktive Dividende gefährden könnte. Ist die optisch günstige Bewertung eine Falle für Anleger?

Die Faktenlage:
* Aktueller Kurs: 13,21 €
* Trend: -14,29 % in den letzten 30 Tagen
* Warnsignal: RSI (14) bei 15,8 (stark überverkauft)
* Abstand zum 52-Wochen-Tief: Nur noch 4,68 % Puffer

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Evonik?

Schockwellen durch BASF-Zahlen

Der Chemie-Sektor kommt nicht zur Ruhe. Auslöser der jüngsten Verunsicherung ist der Konkurrent BASF. Der Branchenriese meldete für das Jahr 2025 ein operatives Ergebnis (EBIT) von lediglich 1,6 Milliarden Euro – deutlich unter den vom Markt erwarteten 2,2 Milliarden Euro.

Diese Lücke offenbart, wie schwerwiegend die Probleme der deutschen Chemieindustrie derzeit sind: Hohe Kosten treffen auf schwache Margen und globalen Preisdruck. Marktteilnehmer übertragen diese Sorgen fast automatisch auf Evonik. Die Befürchtung liegt nahe, dass auch die Essener unter ähnlichen Belastungen leiden und die eigenen Ziele verfehlen könnten.

Analyst warnt vor "Dividendenfalle"

Noch schwerer als die allgemeine Marktstimmung wiegt eine spezifische Warnung der Berenberg Bank. Analyst Sebastian Bray senkte sein Votum bereits Anfang Januar auf "Sell" und kappte das Kursziel drastisch auf 11,60 Euro. Seine Begründung zielt auf das Kerngeschäft: China baut im Bereich der Tiernahrungs-Additive (Methionin) massive Kapazitäten auf.

Dieser aggressive Ausbau der chinesischen Konkurrenz dürfte laut Expertenmeinung bis in die 2030er Jahre anhalten und die Preise dauerhaft drücken. Dies bedroht den operativen Cashflow von Evonik direkt. Das KGV von geschätzten 10,6 und eine Dividendenrendite von fast 9 Prozent wirken auf den ersten Blick verlockend. Sollte der Cashflow jedoch durch den Preiskampf einbrechen, wäre diese Ausschüttung kaum zu halten.

Charttechnik: Bären dominieren

Der Blick auf die Kursdaten bestätigt die Skepsis. Mit einem aktuellen Preis von 13,21 Euro notiert das Papier in direkter Schlagdistanz zum 52-Wochen-Tief bei 12,62 Euro. Der massive Wertverlust von über 26 Prozent auf Sicht von zwölf Monaten zeigt, dass der Abwärtstrend voll intakt ist.

Auch andere Institutionelle sind vorsichtig. Während die Deutsche Bank mit einem Kursziel von 13,00 Euro zumindest das aktuelle Niveau bestätigt, sieht JP Morgan die Aktie lediglich "Neutral". Der Konsens bröckelt zusehends, da die Kombination aus zyklischer Schwäche und struktureller Konkurrenz kaum Argumente für einen schnellen Turnaround liefert.

Ausblick: Warten auf Klarheit

Die Situation bleibt angespannt. Anleger benötigen nun konkrete Beweise, dass Evonik dem Preisdruck standhalten kann. Entscheidend wird der 4. März 2026 sein: An diesem Datum legt der Konzern seinen detaillierten Finanzbericht vor. Bis dahin dürfte die Aktie anfällig für weitere negative Sektornachrichten bleiben, solange keine Bodenbildung gelingt.

Evonik-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evonik-Analyse vom 23. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Evonik-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evonik-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Evonik: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...