Gestern markierte der Atomkraft-Gipfel in Paris eine energiepolitische Zäsur für Europa. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete die Abkehr von der Kernkraft als „strategischen Fehler" – und kündigte eine umfassende Kehrtwende an. Für große Energieversorger wie E.ON verändert das die regulatorischen Rahmenbedingungen spürbar.

Milliarden für die Kernenergie-Renaissance

Der Anteil von Atomstrom am europäischen Energiemix ist seit 1990 von rund einem Drittel auf knapp 15 Prozent gesunken. Diesen Trend will die EU-Kommission nun umkehren: Über 5 Milliarden Euro sollen in die Kernforschung fließen, Genehmigungsverfahren für neue Projekte deutlich vereinfacht werden.

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Im Mittelpunkt der Strategie stehen sogenannte Small Modular Reactors (SMR) – kleine modulare Reaktoren, die Anfang der 2030er Jahre einsatzbereit sein sollen. Um private Investoren anzuziehen, stellt die EU zusätzlich eine Risikoabsicherung von 200 Millionen Euro bereit, finanziert aus Mitteln des Emissionshandels.

Deutschlands Sonderweg

In Berlin stößt die Pariser Agenda auf wenig Gegenliebe. Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete den deutschen Atomausstieg zwar als bedauerlich, erklärte ihn aber für „unumkehrbar". Weitere Subventionen für Kernkraft lehnt die Bundesregierung ab. Bundesumweltminister Carsten Schneider nannte die EU-Strategie „rückwärtsgewandt", während Grünen-Politiker Michael Kellner vor neuen Brennstoffabhängigkeiten warnte. Lediglich CSU-Chef Markus Söder signalisierte Offenheit gegenüber Mini-Reaktoren.

Für E.ON ist diese Spaltung relevant. Das Unternehmen ist vor allem in der Energieinfrastruktur und -verteilung tätig – Bereiche, die direkt davon abhängen, wie sich der europäische Strommix in den kommenden Jahren zusammensetzt. Während Deutschland seinen Kurs beim Ausbau erneuerbarer Energien beibehält, planen 14 weitere EU-Staaten den Einsatz oder Ausbau von Kernkraft. Grenzüberschreitende Energieflüsse und Netzstabilität könnten sich dadurch strukturell verschieben.

Die Aktie notiert rund 49 Prozent über ihrem Jahrestief vom März 2025 und hat seit Jahresbeginn rund 16 Prozent zugelegt – ein Kurs, der die allgemein freundliche Stimmung im Versorgungssektor widerspiegelt. Ob die neuen EU-Pläne mittelfristig konkrete Investitionsentscheidungen anstoßen, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell die angekündigten Genehmigungsvereinfachungen tatsächlich umgesetzt werden.

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