Evonik Aktie: Ein Stolperstart!
Evonik zieht die Schrauben gleichzeitig an mehreren Stellen nach: höhere Preise für ein Schlüsselprodukt, eine flexiblere Dividendenlogik und ein vorsichtigerer Blick auf den Umsatz 2026. Das wirkt wie ein Paket, das vor allem eines leisten soll: Margen und Finanzspielraum in einem zähen Chemie-Umfeld zu sichern. Wie belastbar ist diese Strategie, wenn die Erlöse weiter unter Druck bleiben?
Jahreszahlen 2025: Ergebnis erfüllt, Umsatz schwächer
Die finalen Zahlen für 2025 bestätigten die bereits bekannten Eckdaten. Beim bereinigten EBITDA landete Evonik mit 1,87 Mrd. Euro in der eigenen Zielzone (rund 1,9 Mrd. Euro). Unter dem Strich stieg der Nettogewinn auf 265 Mio. Euro nach 222 Mio. Euro im Vorjahr.
Der Haken: Der Umsatz sank um 7% auf 14,1 Mrd. Euro. Positiv fiel dagegen der Cashflow aus. Mit 695 Mio. Euro freiem Cashflow und einer Cash-Conversion-Rate von 37% erreichte Evonik das obere Ende der Zielspanne (30 bis 40%). Das ist in einem schwächeren Umsatzjahr ein wichtiger Stabilitätsanker.
MetAMINO®: 10% mehr Preis – weltweit
Unmittelbar nach der Bilanzpressekonferenz setzte Evonik ein klares operatives Signal. In der Tierfutter-Sparte steigt der Preis für MetAMINO® ab dem 5. März netto um 10% – weltweit und in allen Märkten. Die Stoßrichtung ist eindeutig: In einem Umfeld, in dem Volumenwachstum schwerer wird, soll die Preisanpassung die Marge stützen.
Das Tierernährungsgeschäft liegt im Segment Advanced Technologies, das 2025 insgesamt 5,9 Mrd. Euro Umsatz erzielte.
Ausblick 2026: Umsatzspanne gesenkt, Dividende neu sortiert
Beim Gewinnziel bleibt der Konzern für 2026 breit aufgestellt: Das bereinigte EBITDA soll zwischen 1,7 und 2,0 Mrd. Euro liegen. Konkreter – und vorsichtiger – wird Evonik beim Umsatz. Die neue Spanne von 13,5 bis 14,5 Mrd. Euro liegt unter dem Vorjahreswert und spiegelt laut Unternehmen anhaltenden Gegenwind in Teilen des Geschäfts.
Parallel reformiert Evonik die Dividendenpolitik. Künftig soll die Ausschüttung zur Erhöhung der finanziellen Flexibilität bei 40 bis 60% des bereinigten Konzernergebnisses liegen – erstmals angewendet auf den Bilanzgewinn 2026. Für 2025 schlägt der Vorstand als Übergang 1,00 Euro je Aktie vor (zuletzt: 1,17 Euro). Am Markt wird die Aktie inzwischen klar defensiver bewertet: Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 13,82 Euro, auf 12 Monate entspricht das einem Minus von 36,89%.
Operativ läuft zudem das Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made“ weiter. Nach geplanter Fertigstellung 2026 sollen rund 400 Mio. Euro jährliche Einsparungen stehen, ein großer Teil davon aus Personalabbau (bis zu 2.000 Stellen weltweit, davon rund 1.500 in Deutschland). Offen bleibt ein Punkt in der Führung: Der CFO-Posten ist weiterhin vakant.
Am 8. Mai 2026 folgt die Quartalsmitteilung für Q1, am 3. Juni stimmt die Hauptversammlung über den Dividendenvorschlag (1,00 Euro je Aktie) und den Kurs Richtung neue Dividendenpolitik ab. Bis dahin bleibt entscheidend, ob Preiserhöhungen wie bei MetAMINO® und die laufenden Einsparungen die Ergebnisziele auch bei einem niedrigeren Umsatzkorridor abfedern können.
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