Evonik greift durch: Während die Jahreszahlen 2025 erwartungsgemäß ausfielen, setzt der Essener Spezialchemiekonzern jetzt auf einen anderen Hebel. Eine drastische Preiserhöhung für das Tierfutterprodukt MetAMINO soll die Margen stabilisieren – in einem Umfeld, das kaum Spielraum für Wachstum lässt.

Die Zahlen für 2025 bestätigen die angekündigte Prognose: Das bereinigte EBITDA erreichte 1,87 Milliarden Euro. Der Umsatz fiel allerdings um 7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro. Der Nettogewinn kletterte dennoch auf 265 Millionen Euro, nach 222 Millionen im Vorjahr.

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MetAMINO: 10 Prozent mehr, sofort

Direkt nach der Bilanzpressekonferenz folgte die operative Ansage: Ab dem 5. März kostet MetAMINO – ein Zusatzstoff für Tierfutter – 10 Prozent mehr. Die Erhöhung gilt weltweit und tritt sofort in Kraft. Bestehende Verträge bleiben davon unberührt.

Die Preisanpassung zielt darauf ab, die Margen in einem Geschäft zu sichern, das unter Druck steht. Volumenwachstum ist kaum zu erzielen, die Konkurrenz aus Asien intensiv, die Energiekosten hoch. Evonik versucht, das über den Preis aufzufangen.

Breite Prognosespanne signalisiert Unsicherheit

Für 2026 erwartet der Konzern ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro – eine Spanne von 300 Millionen. Der Umsatz soll zwischen 13,5 und 14,5 Milliarden Euro liegen. Die Bandbreite spiegelt die Unsicherheit wider: Hohe Energiepreise, schwache Nachfrage und strukturelle Belastungen in der europäischen Chemieindustrie prägen das Bild.

Das laufende Effizienzprogramm soll bis Ende 2026 jährlich 400 Millionen Euro einsparen. Bis zu 2.000 Stellen fallen weg, 1.500 davon in Deutschland. Die Konzernstruktur wurde bereits verschlankt: Seit April 2025 agiert Evonik in zwei statt vier Segmenten.

Dividende: Neue Politik, niedrigere Ausschüttung

Für 2025 schlägt der Vorstand eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vor – nach 1,17 Euro im Vorjahr. Ab 2026 gilt eine neue Dividendenpolitik: 40 bis 60 Prozent des bereinigten Nettogewinns sollen ausgeschüttet werden. Die Hauptversammlung am 3. Juni wird über den Vorschlag entscheiden.

Die Cash-Conversion-Rate von 37 Prozent lag am oberen Ende der Zielspanne. Der Free Cashflow erreichte 695 Millionen Euro. Die Kapitalrendite (ROCE) fiel allerdings auf 6,1 Prozent, nach 7,1 Prozent im Vorjahr. Mittelfristig strebt Evonik 11 Prozent an.

Strukturelle Herausforderungen bleiben

Die nächsten Wochen bringen weitere Unsicherheit: Am 24. und 25. März laufen die Tarifverhandlungen für die deutsche Chemie- und Pharmaindustrie weiter. Die ersten beiden Runden blieben ergebnislos. Am 8. Mai folgt die Quartalsmitteilung für Q1 2026 – sie wird zeigen, ob die Preiserhöhung bei MetAMINO erste Wirkung entfaltet und ob das operative Geschäft die breite Prognosespanne rechtfertigt.

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