Ein Kursplus von über 20 Prozent an der Osloer Börse – das ist die Reaktion der Anleger auf die Jahreszahlen von Nel ASA. Nicht weil 2025 ein gutes Jahr war, sondern weil der Auftragseingang im Schlussquartal die Erwartungen deutlich übertraf und eine strategische Weichenstellung abgeschlossen wurde.

Auftragseingang als Wendepunkt

Der entscheidende Datenpunkt kam aus dem vierten Quartal: Der Auftragseingang stieg um 364 Prozent auf 686 Millionen Norwegische Kronen (NOK), verglichen mit 148 Millionen NOK im Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand kletterte damit auf 1,319 Milliarden NOK – ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2025. Rund 70 Prozent davon entfallen auf PEM-Technologie.

Hinter dem Anstieg stehen konkrete Großaufträge: Samsung Engineering & Construction ernannte Nel zum bevorzugten globalen Wasserstoffpartner. Hinzu kamen Aufträge von HYDS und Collins Aerospace. Den größten Einzelauftrag lieferte HYDS mit einem 40-Megawatt-PEM-Elektrolyseur für zwei norwegische Standorte – nach Unternehmensangaben der kapazitätsstärkste PEM-Auftrag in der Geschichte von Nel.

Hohe Abschreibungen belasten das Jahresergebnis

Das Gesamtbild für 2025 bleibt dennoch belastet. Der Umsatz sank um 31 Prozent auf 963 Millionen NOK, nach 1,39 Milliarden NOK im Vorjahr. Der Nettoverlust für das Gesamtjahr weitete sich auf 1,265 Milliarden NOK aus, gegenüber 244 Millionen NOK in 2024.

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Der größte Einzelposten dabei: nicht zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von 799 Millionen NOK. Diese betreffen Produktionsanlagen für die atmosphärische alkalische Elektrolyse (361 Millionen NOK) sowie Firmenwert und immaterielle Technologiewerte (439 Millionen NOK). Die Abschreibungen spiegeln den bewussten Rückzug aus der ersten Technologiegeneration wider. Parallel dazu reduzierte Nel die Personalkosten um 12 Prozent auf 569 Millionen NOK und verkleinerte die Belegschaft von 430 auf 346 Vollzeitstellen.

Herøya als nächste Wachstumsstufe

Nach einem siebenjährigen Entwicklungsprogramm hat der Vorstand die finale Investitionsentscheidung für den Bau einer Produktionskapazität von bis zu einem Gigawatt der neuen Generation druckbasierter alkalischer Elektrolyse am Standort Herøya getroffen. Die erste Ausbaustufe erfordert rund 300 Millionen NOK an Eigenkapital – abzüglich einer zugesagten Förderung von bis zu 135 Millionen Euro aus dem EU-Innovationsfonds, die etwa 60 Prozent der förderfähigen Kosten abdeckt. Langfristig zielt Nel auf eine Jahreskapazität von vier Gigawatt am Standort Herøya.

Das Management sieht die neue Technologie als wettbewerbsfähig gegenüber chinesischen Elektrolyseuren – insbesondere außerhalb Chinas, wo deutlich niedrigere Arbeitskosten den Preisunterschied ausgleichen sollen. Die Kassenlage von rund 1,6 Milliarden NOK gibt Nel den nötigen Spielraum für den Übergang.

Den ersten konkreten Hinweis darauf, wie schnell der Auftragsbestand in Umsatz umgewandelt wird, liefert der Q1-Bericht am 22. April 2026.

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