Während der Gesamtmarkt neue Rekorde feiert, gerät der Spezialchemie-Konzern Evonik zunehmend unter Druck. Die Berenberg Bank hat ihre Einschätzung für das Unternehmen radikal revidiert und warnt Investoren vor tiefgreifenden strukturellen Problemen. Statt einer Halteposition sprechen die Analysten nun eine klare Verkaufsempfehlung aus.

  • Neues Rating: Herabstufung von "Hold" auf "Sell"
  • Kursziel: Senkung von 14,60 Euro auf 11,60 Euro
  • Warnsignal: Gefahr einer Dividendenkürzung

Die Analyse von Sebastian Bray lässt wenig Spielraum für Optimismus. Mit dem neuen Kursziel von 11,60 Euro sieht die Bank deutliches Abwärtspotenzial gegenüber dem Schlusskurs vom Mittwoch bei 13,26 Euro. Diese Einschätzung steht in hartem Kontrast zur allgemeinen Marktstimmung, da der DAX zuletzt die Marke von 25.000 Punkten durchbrach.

Warnsignale aus China und operative Hürden

Hauptgrund für den Pessimismus ist eine Kombination aus operativen Risiken und ungünstigen Marktverschiebungen. Besonders im Geschäft mit der Tiernahrungsaminosäure Methionin braut sich ein Sturm zusammen. China plant einen aggressiven Kapazitätsausbau, der bis in die frühen 2030er Jahre rund 1,5 Millionen Tonnen zusätzlich auf den Markt bringen könnte. Dies entspräche einer Erhöhung der weltweiten Kapazitäten um über 50 Prozent und dürfte einen massiven Preiskampf auslösen.

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Zusätzlich verläuft der geplante Konzernumbau offenbar schleppend. Die Suche nach Käufern für zur Disposition stehende Unternehmensteile gestaltet sich schwieriger als erhofft, was die strategische Neuausrichtung bremst. Ohne eine Stabilisierung der Preise bei gleichzeitiger Volumensteigerung dürften die aktuellen Marktschätzungen für das operative Ergebnis kaum zu erreichen sein.

Prognosen unter Marktkonsens

Die finanziellen Auswirkungen dieser Gemengelage sind in den neuen Schätzungen der Bank bereits berücksichtigt. Für das Geschäftsjahr 2026 liegt die EBITDA-Prognose von Berenberg mit 1,79 Milliarden Euro rund 5 Prozent unter dem Marktkonsens. Für 2027 weitet sich diese Lücke auf 10 Prozent aus. Auch die Gewinnerwartung je Aktie wurde drastisch gekürzt.

Ein Blick auf die Charttechnik unterstreicht die Schwäche: Die Aktie notiert mit 13,26 Euro nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 12,83 Euro. Der langfristige Trend zeigt klar nach unten, was auch der Abstand von fast 19 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt (16,35 Euro) verdeutlicht. Zwar deutet ein RSI von 15,8 auf eine überverkaufte Situation hin, doch fundamentale Bedenken überlagern derzeit technische Erholungssignale.

Die explizite Warnung vor einer möglichen Dividendenkürzung trifft einkommensorientierte Anleger besonders hart. Sollten sich die operativen Margen nicht erholen und der Preisdruck durch die chinesische Konkurrenz anhalten, könnte der Titel weiter in Richtung des neuen Kursziels von 11,60 Euro abrutschen.

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