Evonik Aktie: Analysten drehen ab
Evonik kämpft mit sinkenden Margen und schwacher Nachfrage – und die Analysten reagieren. Gleich mehrere Bankhäuser haben ihre Einschätzungen nach unten korrigiert. BNP Paribas stufte den Spezialchemiekonzern auf „Neutral" herab, Berenberg ging noch weiter und empfiehlt mit „Sell" den Verkauf. Das Kursziel: nur noch 11,60 Euro.
Die wichtigsten Fakten:
- Bereinigtes EBITDA im Q3 2025: 448 Mio. Euro (-22% ggü. Vorjahr)
- Ergebnis je Aktie Q3 2025: 0,27 Euro (Vorjahr: 0,58 Euro)
- Erwartetes bereinigtes EPS 2025: 1,25 Euro (-25% ggü. 2024)
- Durchschnittliches Analystenkursziel: 15,56 Euro
- Aktueller Kurs: 13,23 Euro
Schwaches Quartal belastet Jahresausblick
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Im dritten Quartal 2025 brach das bereinigte EBITDA um 22 Prozent auf 448 Millionen Euro ein. Der Umsatz sank im gleichen Zeitraum um 12 Prozent auf 3,39 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Evonik ein bereinigtes EBITDA von rund 1,9 Milliarden Euro – deutlich unter den 2,07 Milliarden Euro des Vorjahres.
Besonders bitter: Das berichtete Ergebnis je Aktie fiel im dritten Quartal mit -0,23 Euro negativ aus. Eine Wertminderung von 170 Millionen Euro im Oxeno-Geschäft belastete die Bilanz erheblich. Analysten rechnen für das Gesamtjahr 2025 mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 1,25 Euro – ein Rückgang von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Analysten sehen strukturelle Probleme
Die Kritikpunkte der Bankhäuser wiegen schwer. Neben Berenberg und BNP Paribas halten auch Barclays und JP Morgan an ihrer zurückhaltenden Einschätzung fest. Der Tenor: anhaltende Schwierigkeiten bei der Preisdurchsetzung, ein schwaches Branchenumfeld und stagnierende Nachfrage in wichtigen Endmärkten setzen dem Konzern zu.
Die Spanne der Kursziele reicht von 11,60 Euro bis 21,42 Euro – eine enorme Bandbreite, die die Unsicherheit über die weitere Entwicklung widerspiegelt. Der Analystenkonsens liegt bei 15,56 Euro, was einem Aufwärtspotenzial von knapp 18 Prozent entspricht.
Innovation als Hoffnungsträger
Evonik setzt auf nachhaltige Produktinnovationen. Mit TROGAMID® R präsentierte der Konzern ein transparentes Polyamid aus recycelten Kunststoffen. Das Material wird in Zusammenarbeit mit dem italienischen Recycler Poliplastic aus Produktionsabfällen der Brillenfertigung hergestellt und zielt auf den Premium-Brillenmarkt ab. Designer-Marken wie Nylo Zero® setzen das Material bereits ein.
Ob solche Innovationen ausreichen, um die strukturellen Herausforderungen zu kompensieren, bleibt offen. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) prognostiziert für 2026 eine Stagnation der deutschen Chemieindustrie.
Blick auf den Jahresbericht
Am 4. März 2026 legt Evonik den Jahresfinanzbericht für 2025 vor. Die Hauptversammlung folgt am 3. Juni 2026. Bei einer erwarteten Dividende von 1,17 Euro je Aktie liegt die Dividendenrendite aktuell bei rund 9 Prozent – ein Wert, der auf den ersten Blick attraktiv erscheint, aber auch die gedämpften Wachstumserwartungen des Marktes reflektiert.
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