Der Satellitenkonzern Eutelsat muss seine Finanzplanung anpassen. Ein geplanter Deal mit dem Private-Equity-Investor EQT Infrastructure VI ist geplatzt – die Veräußerung der passiven Bodeninfrastruktur kommt nicht zustande. Das Unternehmen reagiert mit veränderten Prognosen und investiert parallel Milliarden in die Erneuerung seiner Satellitenflotte.

Die wichtigsten Punkte:

  • Deal mit EQT gescheitert – 550 Millionen Euro Erlöse entfallen
  • Verschuldungsziel steigt von 2,5x auf 2,7x Net Debt/EBITDA
  • EBITDA-Marge 2028-29 verbessert sich auf 65 Prozent (vorher: 60 Prozent)
  • Großauftrag über 440 neue LEO-Satelliten an Airbus vergeben
  • Halbjahreszahlen am 13. Februar erwartet

Finanzielle Neuausrichtung nach Deal-Aus

Laut Eutelsat wurden nicht alle aufschiebenden Bedingungen für den Verkauf erfüllt. Die Konsequenz: Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA wird zum Ende des laufenden Geschäftsjahres 2025-26 bei etwa 2,7x liegen – 0,2 Prozentpunkte höher als ursprünglich angepeilt.

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Das entgangene Kapital hätte Eutelsat mehr finanziellen Spielraum verschafft. Doch das Scheitern des Deals hat auch eine positive Seite: Der geplante Servicevertrag mit EQT entfällt, wodurch das Unternehmen jährlich 75 bis 80 Millionen Euro an Kosten einspart. Diese operative Verbesserung schlägt sich in einer deutlich höheren EBITDA-Marge nieder – statt der anvisierten 60 Prozent erwartet das Management nun etwa 65 Prozent für das Geschäftsjahr 2028-29.

Milliarden-Investition in LEO-Konstellation

Parallel treibt Eutelsat die Modernisierung seiner OneWeb-Satellitenflotte voran. Mitte Januar vergab das Unternehmen einen Auftrag über 340 LEO-Satelliten an Airbus Defence and Space. Zusammen mit einer bereits im Dezember 2024 erteilten Bestellung über 100 Einheiten umfasst das Gesamtvolumen nun 440 Satelliten. Die Fertigung erfolgt im Airbus-Werk in Toulouse, erste Auslieferungen sind ab Ende 2026 geplant.

Die neuen Satelliten ersetzen die erste Generation der OneWeb-Flotte, deren Lebensdauer zwischen 2027 und 2028 endet. Sie verfügen über verbesserte digitale Channelizer und erweiterte Bordverarbeitungskapazitäten. Eutelsat hat für die gesamte Bestellung Investitionen von rund 2,2 Milliarden Euro eingeplant. Das Unternehmen betont, die Finanzierung sei trotz der entgangenen Verkaufserlöse gesichert.

Halbjahreszahlen am 13. Februar

Am 13. Februar präsentiert Eutelsat die Ergebnisse für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2025-26. Im ersten Quartal zeigte sich bereits eine deutliche Verschiebung: Während das LEO-Segment mit rund 70 Prozent Umsatzwachstum im Jahresvergleich stark zulegte, verzeichneten das klassische GEO-Geschäft und das Videosegment Rückgänge. Die Halbjahreszahlen werden zeigen, ob sich dieser Trend fortsetzt und wie das Unternehmen die Balance zwischen schrumpfenden Legacy-Geschäften und dem Wachstum im LEO-Bereich managt.

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