Eutelsat muss den geplanten Verkauf seiner Bodenstationen an den Private-Equity-Investor EQT abbrechen. Der französische Finanzminister Roland Lescure untersagte die Transaktion offiziell und begründete dies mit der strategischen Bedeutung der Infrastruktur für Frankreichs Souveränität. Das Veto trifft den Satellitenbetreiber in einer ohnehin angespannten Finanzlage – die eingeplanten 550 Millionen Euro Nettoerlös fehlen nun in der Kasse.

Die Folgen im Überblick:

  • Verschuldungsgrad steigt auf etwa 2,7x (statt 2,5x)
  • EBITDA-Marge für 2028-29 wird auf ~65 % angehoben (zuvor: 60 %)
  • Jährliche Leasingkosten von 75-80 Millionen Euro entfallen
  • Aktie fällt auf historische Tiefststände

Politisches Veto mit klarer Ansage

Lescure erklärte am Freitag im Interview mit TF1, er habe den Verkauf bereits Anfang der Woche gestoppt. Seine Begründung: Eutelsat sei der einzige europäische Wettbewerber zum US-Anbieter Starlink – die Bodenstationen seien unverzichtbar für zivile und militärische Kommunikation. „Es handelt sich eindeutig um ein strategisches Asset. Und deshalb habe ich Nein gesagt", so der Minister.

Der französische Staat hält über 29 % der Anteile und ist größter Aktionär des Unternehmens. Die Kontrolle über die Sendeanlagen betrachtet Paris als Souveränitätsfrage – ein wirtschaftlich motivierter Verkauf stand nie zur Debatte.

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Schulden steigen, Margen auch

Das Scheitern des Deals belastet die Bilanz unmittelbar. Eutelsat korrigierte das Ziel für den Verschuldungsgrad nach oben: Das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA wird zum Ende des Geschäftsjahres 2025-26 nun bei etwa 2,7x erwartet – statt der ursprünglich anvisierten 2,5x.

Gleichzeitig verbessert sich die operative Kostenstruktur. Der Verkauf hätte eine Rückanmietung der Anlagen erfordert, was das bereinigte EBITDA jährlich mit 75 bis 80 Millionen Euro belastet hätte. Diese Kosten entfallen nun komplett. Infolgedessen hob das Management die Prognose für die EBITDA-Marge im Geschäftsjahr 2028-29 deutlich an – von 60 % auf rund 65 %.

OneWeb-Ausbau läuft weiter

Das Unternehmen betonte, dass die Finanzierung der strategischen Investitionen gesichert sei. Der Ausbau der OneWeb-Konstellation geht planmäßig weiter – kürzlich wurden 340 weitere LEO-Satelliten bei Airbus bestellt. Die übrigen Finanzziele für das laufende Geschäftsjahr 2025-26 bestätigte Eutelsat trotz der geplatzten Transaktion.

Der Markt reagierte dennoch mit deutlichen Abschlägen. Anleger fokussieren sich kurzfristig auf die erhöhte Verschuldung und die fehlende Liquiditätsspritze. Die verbesserten Margenaussichten dürften erst mittelfristig in den Bewertungen ankommen.

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