Die französische Regierung hat am Freitagabend den geplanten Verkauf von Eutelsat-Bodeninfrastruktur an den Finanzinvestor EQT gestoppt. Die Transaktion sollte dem Satellitenbetreiber 550 Millionen Euro einbringen – Geld, das nun fehlt. Finanzminister Roland Lescure begründete das Veto gegenüber TF1 mit nationaler Sicherheit: Die Bodenstationen seien strategisch für zivile und militärische Nutzung. Eutelsat sei Europas einzige Alternative zu Starlink, die Kontrolle müsse in europäischen Händen bleiben.

550 Millionen Euro weniger Spielraum

Für die Bilanzplanung bedeutet das Veto einen spürbaren Rückschlag. Die fest eingeplante Kapitalspritze entfällt, der geplante Schuldenabbau verzögert sich. Das Management betont zwar, die finanziellen Ziele für 2025-26 und das OneWeb-Investitionsprogramm blieben unberührt. Doch Marktbeobachter richten den Blick nun verstärkt auf die Verschuldungsquote – schließlich fehlt ein wichtiger Hebel zur Reduzierung.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Eutelsat?

Die Frage, wie Eutelsat die Lücke schließt, dürfte Anleger in den kommenden Wochen beschäftigen. Alternative Finanzierungswege wurden bislang nicht kommuniziert.

Polsat-Vertrag liefert Stabilität

Während die politische Blockade die Schlagzeilen dominiert, gab es operativ positive Signale: Am 30. Januar verlängerte die Polsat Plus Group ihre strategische Partnerschaft mit Eutelsat. Der neue Mehrjahresvertrag sichert die Nutzung mehrerer Transponder auf der HOTBIRD-Position bei 13° Ost. Die Zusammenarbeit mit dem polnischen Mediengiganten besteht seit 1992 und garantiert stabile Cashflows aus einem der wichtigsten osteuropäischen Märkte.

Souveränität vor Rendite

Der Eingriff der Regierung zeigt deutlich: Bei strategischen Infrastrukturen setzt Paris auf technologische Unabhängigkeit – auch wenn das kurzfristig Gewinnchancen kostet. Für Eutelsat ist das zweischneidig: Das Unternehmen genießt politischen Schutz als strategisches Asset, gleichzeitig sind die unternehmerischen Freiheiten bei M&A-Aktivitäten begrenzt.

In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob Eutelsat alternative Finanzierungswege präsentiert oder ob der Fokus nun vollständig auf der organischen Cashflow-Generierung durch OneWeb liegt. Die Verschuldungsquote bleibt vorerst ein Thema.

Eutelsat-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Eutelsat-Analyse vom 02. Februar liefert die Antwort:

Die neusten Eutelsat-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Eutelsat-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 02. Februar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Eutelsat: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...