XRP liefert diese Woche ein Lehrstück darüber, wie schnell sich positive Nachrichten in Luft auflösen können, wenn der Markt auf Risikoabbau schaltet. Denn trotz eines wichtigen Upgrades im XRP Ledger dominierte am Donnerstag eine harte Abverkaufswelle das Geschehen. Warum verpufft der fundamentale Fortschritt ausgerechnet jetzt?

Hebel raus, Kurs runter

Der Auslöser lag laut Bericht vor allem im Derivate-Markt: Als XRP zentrale charttechnische Marken riss, wurden gehebelte Long-Positionen reihenweise liquidiert. In den Daten von Coinglass summierten sich die XRP-Liquidationen binnen 24 Stunden auf rund 46 Mio. US-Dollar – der Großteil davon entfiel auf bullische Wetten.

Damit wurde ein Bereich unterboten, der zuvor als Nachfragezone gegolten hatte. Marktbeobachter verweisen darauf, dass die ehemalige Unterstützung nun als Widerstand wirken kann. Zusätzlich zeigt die Optionsaktivität an der Derivatebörse Deribit eine defensivere Positionierung: Die Nachfrage nach Strategien, die von fallenden Kursen oder steigender Volatilität profitieren, zog an.

Ein Punkt, der die Nervosität verstärkte: Zwischen dem aktuellen Bereich und der psychologisch wichtigen Marke von 1,00 US-Dollar gebe es historisch vergleichsweise wenig Handelsaktivität – Händler sprechen hier von einem „Luftloch“, das Bewegungen beschleunigen kann.

Upgrade aktiv – aber eher Langstrecke

Mitten in diese Marktphase fiel ein bedeutender Schritt auf Protokollebene: Am 4. Februar ging im XRP Ledger das Feature „Permissioned Domains“ live, getragen von mehr als 91% der Validatoren.

Kern der Änderung (XLS-80): Auf dem öffentlichen XRPL lassen sich zugangsbeschränkte Bereiche aufsetzen, in denen nur Teilnehmer mit bestimmten Nachweisen („Credentials“) agieren dürfen. Ziel ist es, regulierten Institutionen eine compliant nutzbare Umgebung zu geben – ohne dass sie dafür eigene, abgeschottete Privat-Blockchains betreiben müssen. Domain-Betreiber definieren die Regeln; qualifizierte Accounts werden automatisch Mitglieder.

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Das klingt nach einem klaren Pluspunkt für die institutionelle Nutzbarkeit. Nur: Solche Infrastruktur-Upgrades wirken oft nicht sofort auf den Preis, weil der entscheidende Teil erst danach kommt – echte Implementierungen und messbare Aktivität.

Gute News – wenig Wirkung

Zum Upgrade kamen weitere positive Meldungen, die den Kurs aber nicht stützten:

  • Ripple Prime Integration: Hyperliquid wurde in die institutionelle Prime-Brokerage-Plattform integriert, um Kunden Zugang zu On-Chain-Perpetual-Liquidität inkl. Cross-Margining zu geben.
  • E-Money-Lizenzen: Ripple erhielt E-Geld-Lizenzen in Luxemburg und baute damit seine regulatorische Basis in Europa aus.
  • Institutional DeFi Access: Flare und Hex Trust kündigten institutionellen Zugang für FXRP-Minting und FLR-Staking an.

Unterm Strich zeigt sich damit eine klare Diskrepanz: Fundamental passiert viel – kurzfristig wird der Kurs aber stärker von Positionierung, Momentum und dem allgemeinen Marktumfeld getrieben.

ETF-Abflüsse drehen den Wind

Zusätzlichen Gegenwind brachten die US-Spot-XRP-ETFs: Im Januar 2026 kam es laut FXStreet zu spürbaren Abflüssen, darunter ein größter Tagesabfluss von 93 Mio. US-Dollar am 30. Januar. Die kumulierten Zuflüsse gingen dadurch in Richtung 1,17 Mrd. US-Dollar zurück (von einem Hoch um 1,37 Mrd. US-Dollar Mitte Januar).

Das deutet auf nachlassende Nachfrage im ETF-Kanal hin – und damit auf weniger strukturelle Unterstützung von der Kapitalseite.

Zum Kursbild passt das: XRP notiert heute bei 1,37 US-Dollar und markiert damit das 52-Wochen-Tief; der RSI (14 Tage) liegt mit 28,8 im überverkauften Bereich.

Im Fokus steht nun, ob sich der Bereich um die frühere Unterstützung bei 1,44 US-Dollar wieder zurückerobern lässt – oder ob der Markt die Schwächephase fortschreibt, während das Upgrade erst noch beweisen muss, dass daraus auch reale institutionelle Nutzung entsteht.

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